LABLINE twoeight Arrayelement Schnittansicht
Schnittansicht eines LABLINE twoeight Arrayelements

Chris Speth hat nun also mit dem Westlab Audio Labline twoeight ein Line Array der kompakteren Klasse fertiggestellt, das wir in einem Open-Air-Aufbau testen konnten. Inzwischen kennen unsere Leser das Werksgelände der ehemaligen Zeche „König Ludwig“, wo man weit in ein Freigelände schießen kann. Die Echos von Gebäuden kommen so spät, und sie sind im Verhältnis so leise, dass sie bei Hörversuchen keine Rolle spielen. Die Anlagen werden auch immer sehr ähnlich aufgebaut, so dass sich auch eine Hörgewohnheit für uns, Dieter Michel und mich, einstellt. Wir wissen ganz genau, dass man keine Anlagen miteinander vergleichen kann, deren Hörsitzungen Wochen auseinanderliegen. Aber ich wenigstens habe den Eindruck, dass mir die immer ähnliche Situation beim Hören hilft.

Das im Test befindliche Line Array von Westlab Audio heißt „LABLINE twoeight“. Es gehört zur Labline-Familie, die bislang aus den Systemen Labline twofive, twosix und twoeight besteht. Es ist also das größte einer Serie von mittelgroßen Line Arrays.

Um einmal „klein“ und „mittel“ abzugrenzen: „Klein“ bedeutet einfach nur, dass es keine zwei Bässe bzw. Tiefmitteltöner gibt, und dass das Element vielleicht nur unter 40cm breit ist. Die großen Systeme sind aber zum Teil sogar mit Doppel-15ern ausgestattet und haben mit diesem Array auch nichts zu tun.

Das Gehäuse dieses aktiven Systems ist ein typisches flaches LineArray-Element mit den Abmessungen 65,4cm x 25cm x 63,2cm inklusive System und Riggingmechanik. Das Gehäuse selbst ist nicht ganz so tief. Ein Element wiegt 33,6 kg. Die angegebene Leistungsaufnahme beträgt 2100/2450W (RMS/Peak). Diese Werte haben allerdings mit der täglichen Praxis nicht viel zu tun, denn niemand muss diese Werte im Kopf haben und aufpassen, ob er diese Leistungen nicht überschreitet. Das übernimmt der Controller. Daher möchte ich hier auch wiederholen, was ich schon öfters geschrieben habe: Alle technischen Daten dürfen im Jahre 2015 nicht mehr so gelesen werden, wie wir das früher getan haben. Praktisch alle Daten werden virtuell vom Controller erzeugt, und die ich nenne sie mal „natürlichen“ Daten spielen keine Rolle mehr. Der Controller ist ein eigenständiges Gerät, also extern. (Weiter unten eine kurze Zusammenfassung des Gerätes).

Im Zusammenhang mit den Leistungsangaben des Westlab Audio Labline twoeight ist es interessant zu wissen, dass die Schwingspulen-Temperaturen, mit denen der Controller arbeitet, im Betrieb zwischendurch auch mal bis auf 200°C steigen dürfen, ohne dass ernste Gefahr droht. Der Controller zieht da je nach Chassis eine eigene Grenze. Früher lag diese Temperatur bei ca 80°, und das ist bei einfacheren Chassis auch heute noch so.

Was die Kühlung der Elektronik betrifft, arbeitet das System mit nicht weniger als fünf (!) thermischen Betriebszuständen. Bis zu einer Chiptemperatur von 60°C erfolgt die Kühlung ausschließlich über die von außen sichtbaren Kühlrippen des Elektronikmoduls – bis hierher also reine Konvektionskühlung.

Ab 60° schaltet sich ein Lüfter zu, der sich in der Elektronikkammer befindet, nur die Luft in der Kammer umwälzt und so auch zusätzliche Wärme von innen an die Kühlkörper bringt. Die Wärmeabfuhr nach außen erfolgt nach wie vor durch Konvektion. Da nur ein Lüfter innerhalb der Kammer in Betrieb ist, bleiben die Betriebsgeräusche in dieser Kühlstufe praktisch unhörbar. Wenn die Temperatur weiter steigt, schaltet sich bei 68°C ein zweiter Lüfter ein, der durch einen Filtereinsatz kühle Luft von außen ansaugt. Mit dieser Maßnahme kann das Elektronikmodul normalerweise auf einer problemlosen Betriebstemperatur gehalten werden. Bei ungünstigen Umgebungsbedingungen (sehr hohe Außentemperatur, direkte Sonneneinstrahlung auf das Modul) setzt bei 80°C ein Thermolimiter ein, der die Endstufenleistung so begrenzt, dass das Modul nicht mehr Abwärme erzeugt, als das Kühlsystem abführen kann.

Wenn auch das nicht helfen sollte – etwa, weil die Lüftungsöffnungen mutwillig verstopft wurden oder in ähnlichen, eher pathologischen Situationen – greift bei 90°C eine thermische Schutzschaltung, die das Elektronikmodul notabschaltet.

Die Pegelangaben mit 133/139dB (Program/Peak) sind sehr hoch, das werden wir beim Freifeldtest des Westlab Audio Labline twoeight aber hören können. Die Elemente haben einen Nutz-Frequenzgang von 45Hz-22kHz.

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