Westlab-LABRAT-12-Testbericht

Wir testen das Koaxialsystem LABRAT 12 von West Lab Audio.

Unterhalten sich zwei Audioprofis über den hypothetischen „Idealen Lautsprecher“, dann fällt zwangsläufig der Begriff: „Ein-Quellen-Prinzip„. Dazu gesellt sich die Theorie des „Punktstrahlers“. Der Punktstrahler ist reine Theorie, weil ein Punkt mathematisch gesehen keine Ausdehnung hat und demzufolge auch keine Strahlerfläche, mit der er Schall abstrahlen könnte. Eine sogenannte „atmende Kugel“ ist da schon etwas realistischer. Der Punktstrahler ist also nicht so ein richtig wirklichkeitsnahes Konstrukt, aber in der Praxis als Zielvorstellung brauchbar.

Westlab LABRAT 12

Das „Device Under Test“, also der im Test befindliche Lautsprecher heißt LABRAT 12 und ist ein Koaxialsystem der neuesten Bauart. Er stammt von der jungen Firma West Lab Audio. Diese neu gegründete Firma führt eine Entwicklungsreihe fort, die sich auf jahrzehntelange Erfahrung stützt. Eine der Grundideen ist, dem Entwickler so viel Freiheit wie möglich zu geben, so dass er nun seine ganze Lebenserfahrung in dieses Projekt einbringen kann. Im Vorfeld des Tests konnte ich mir aussuchen, welches System ich gerne in den Test nehmen würde. Ich habe mich erstmal gegen das ebenso zur Verfügung stehende Line Array und für die Koaxbox entschieden, einfach, weil eine Koaxbox eine „Brot-und-Butter-Box“ ist, die eigentlich in jeder Audioumgebung zum guten Ton beitragen kann. Aber das Line Array kommt auch noch …

Mechanik

Ein Koaxlautsprecher lebt eigentlich von seinem Chassis, aber, zunächst einmal handelt es sich um eine ganz normale Box, die genau so unter allen Aspekten betrachtet werden muss, wie alle anderen auch.

Das Gehäuse aus Multiplexholz ist ungewöhnlich dick, (zwischen 18 und 27 mm) und zwar aus dem Grund, dass der Entwickler freie Hand hatte, auch alle Aspekte des Gehäusebaus im Interesse der bestmöglichen Klangqualität auszulegen. Aus diesem Grund ist die Box innen auch zusätzlich verspantet. Das gelaserte Frontgitter hat grosse Löcher, ist also sehr gut schalldurchlässig. Es liegt nicht unmittelbar vor der Schallwand, sondern ca. 3cm davor. So ist es möglich, dass auch seitlich eine schalldurchlässige Zone entsteht (siehe Bild), die Beugungseffekte an den Kanten der Schallwand vermeidet, was gerade bei kleineren Boxen wichtig ist.

Ohne Frontgitter
Nimmt man das Frontgitter ab, zeigt sich, dass der Treiber bei der LABRAT twelve durch den Konuslautsprecher hindurchschiesst. Das ist die heute allgemein konsensfähige Anordnung, weil ältere Coaxsysteme mit einem kleinen Horn vor dem Basslautsprecher wichtige Partien des Speakers abschatteten. Die Zone des Basslautsprechers, die sich unmittelbar an die Staubkalotte anschliesst, wird am besten durch die Schwingspule kontrolliert. Jede noch so kleine Abschattung beeinträchtigt unweigerlich die Mittenübertragung. Da die Seiten sehr dicht am Lautsprecher liegen, musste hier der Trick mit dem leicht nach vorn gezogenen, schalldurchlässigen Gitter angewandt werden. Der deutlich grössere Abstand Lautsprecher/Boxenrand oben mildert den Einfl uss des Randes ab, sodass hier eine kräftige Gitteraufl age realisiert werden konnte. Siehe auch das Bild „Gitterbefestigung“.

Die Messungen haben wir probeweise mit und ohne Gitter durchgeführt und keine nennenswerten Unterschiede gefunden. Das galt auch für Messungen „Immer an der Wand lang“ gemessen. „Immer an der Wand lang“ soll hier heißen, das Messmikro so platziert war, dass die Verbindungsline zwischen Mikro und Kalotte die Konusmembranfläche so gerade eben berührte – also schon in einem recht großen Winkel außerhalb der Achse und sicher schon mehr als 45°, also außerhalb eines Nenn-Abstrahlwinkels von 90°. Die Höhen waren schon dementsprechend gedämpft, aber es gab keinen nennenswerten Unterschied zwischen mit und ohne Gitter. Das ist schon etwas Besonderes.

Die Box ist für den Betrieb auf einer Gabel optimiert. Dafür gibt es seitlich eine sehr stabile Feststellmechanik, die sich in kleinen, Winkelschritten (2°) festschrauben lässt. Ein Hochständerfl ansch ist nicht vorhanden, was psychologisch richtig ist, denn dieser Flansch würde bewirken, dass die Box in der Eile schnell mal gerade aufgestellt wird, obwohl ein anderer Winkel besser wäre. Zur Mechanik gehört auch die Verarbeitung, und hier sehe ich nichts, was nicht zu einer internationalen Spitzenbox gehören könnte.

Chassis, Elektronik

Das Herz des Systems ist der Koaxiallautsprecher 12C362 von BMS, was mich kein bisschen überrrascht. BMS ist im Moment einer der führenden Hersteller von solchen Systemen und wird weltweit für Produkte der Spitzenklasse eingesetzt. Das Chassis ist mit einer 3″-Schwingspule im Bass und einer 1,75″-Schwingspule im Hochtonbereich ausgestattet. Die Belastbarkeiten „AES noise“ sind 500W und 80W. Aber, mit den Belastbarkeitsdaten hat man als Anwender nichts zu tun, weil die Box ja aktiv arbeitet.

Der Frequenzbereich reicht von 45Hz bis 20K. 45Hz im Bass ist für einen solchen Lautsprecher ungewöhnlich, aber immerhin ist er werkseitig mit einer max. Auslenkung (Xmax) von 45mm (!) angegeben. Aber die Thiele und Small-Daten können Sie sich ja jederzeit im Internet besorgen, das brauche ich hier nicht weiter zu beschreiben.

Preset-LEDs
Die LEDs rechts neben den XLRs stehen für Presets, deren Bedeutung im Manual oder auch auf der Webseite der Herstellerfirma nachgelesen werden können.

Das Endstufenmodul besteht aus zwei Teilen, einer Hochton- und einer Bassendstufe. Die Leistungen sind so angepasst, dass mit 1kW Bass und 0,5kW Höhen immer satt Headroom bereitsteht. Um diese Leistungen sauber und vor allem gefahrlos an die Chassis zu bringen, gibt es den Controller, der zu allererst für Sicherheit sorgt. Das hatten wir schon oft, aber es muss immer wieder gesagt werden, dass es ausschliesslich mit Controller möglich ist, die Box immer genau am Rand ihrer Belastbarkeit entlangzufahren, ohne dass irgendetwas passieren kann. Das hat wegen der Headroomfähigkeit auch etwas mit dem Klang zu tun. Für den guten Klang sorgt der Controller durch Filterung und Delay.

Das BMS-Chassis ist schon sehr weit fortgeschritten, um dem „Ein-Quellen-Prinzip“ zu entsprechen, aber mit modernster Filtertechnik gibt es da immer noch Möglichkeiten, Verbesserungen anzubringen. Man kann es auch so ausdrücken: Der 12C362 ist für sich schon so gut, dass der Controller sich am besten auswirken kann. Er muss also nicht erst Unzulänglichkeiten ausbügeln, bevor er mit seiner eigentlichen Arbeit anfangen kann. Die Elektronik hat keinen Ventilator, Also lautloser Leerlauf. Die Box hat eine große Rückplatte aus einem einzigen gefrästen Stück. Damit ist auch das nicht ganz so problematische Thema Kühlung erledigt. Wir wissen ja inzwischen, was moderne Endstufentechnik diesbezüglich kann.

Betrieb, Sound

Winkeleinstellung
Die LEDs rechts neben den XLRs stehen für Presets, deren Bedeutung im Dieses Bild ist nun wirklich selbsterklärend, die Einstellung des Winkels erfolgt in 2°-Schritten.

Koaxboxen wie die LABRAT twelve sehe ich als einzeln arbeitende Boxen. Sie sollten eher nicht als Arrays gefl ogen werden, weil man dann vielleicht den mühsam erarbeiteten „Ein-Quellen- Effekt“ aufgibt. Sind sie aber gegeneinander stark verwinkelt, dann handelt es sich natürlich wieder um Einzelboxen, Das ist auch für den Delaybetrieb gültig. Der Betrieb einer solchen Box ist denkbar einfach. Man richtet sie auf die Zone, die man beschallt haben will, und das war es. Das erzeugt Neugier bezüglich der Richtcharakteristik. Die ist mit 90° angegeben und das haben wir auch gemessen.

Aber, ich habe meine eigene Methode, mir das so genau anzuhören, bis ich schließlich selbst davon überzeugt bin. Ich lege die Box draußen auf den Rücken, gebe ein recht gleichförmiges Signal drauf und gehe im Kreis um sie herum. Bei einer normalen 12/2-Box ändert sich an praktisch jeder Stelle des Umkreises etwas, ganz besonders aber in Richtung „Box strahlt nach unten“. Bei dieser Box bleibt alles gleich. Ganz wörtlich. Ich bin sehr beeindruckt. So einfache und aufschlussreiche Tests beeindrucken mich meist mehr als die ausgefeilteste Messtechnik.

Und wie ist der Klang in dieser 90°-Zone? Ich stelle mich einfach davor und höre meine Test-CDs. Auch Sisters of Mercy, „More“, wie immer. Die in diesem Stück vorkommenden metallischen Schläge kommen genau so, wie ich es erwartet habe, nämlich genau wirklichkeitsgetreu. Und das, obwohl die Box eigentlich einen warmen und eher sanften Klang hat.

Gitterbefestigung
Die Gitterbefestigung sorgt für den genauen Abstand des Gitters vom Lautsprecher. Wegen der breiten Abstrahlung ist dieser Punkt äusserst sensibel.

Das bedarf der Erläuterung. Als ich sie gehört habe, wusste ich noch nicht, dass sie ein – ich sage mal – Langhubchassis im Bass hat. Sie überträgt also auch Bässe, die ich nicht wirklich erwartet habe. Dadurch entsteht der gut abgerundete Sound nach unten. In Wirklichkeit ist aber der weiche Sound eine Illusion. Unbewusst erwartet man bei einer so kleinen Box einen gewissen Bassmangel, der ist aber hier nicht so ausgeprägt, wie man es sonst kennt. Tatsächlich ist die Box weder weich noch sanft, sondern einfach nur neutral. Ich muss also ein bisschen aufpassen, dass ich mich mit meinen Hörgewohnheiten nicht selbst hereinlege. Nochmal zu den Bässen: Natürlich gibt es hier keine rollenden, donnernden PA-Bässe, dafür gibt es SUBs, es ist einfach nur etwas mehr davon da als gewohnt, und dieses bisschen mehr fügt sich vollkommen angenehm in den Gesamtsound ein. Aber die Bässe sind hier nicht entscheidend. Entscheidend sind die Mitten.

Frequenzgang
Der Frequenzgang der LABRAT 12 ist sowohl auf Achse (weiß, gelb), als auch bei 45° (rot, violett) problemlos. Interessant ist zudem, dass die Frequenzgänge mit (weiß, rot) und ohne (gelb, violett) Schutzgitter praktisch identisch sind – was sehr für die Qualität des Gitters spricht.
Frequenzbereich von ca. 1kHz bis 4,5kHz
Sehr interessant: In einem Frequenzbereich von ca. 1kHz bis 4,5kHz, der für die Informationsübertragung sehr wichtig ist, bildet sich eine art Plateau, das bei zunehmendem Winkel (weiß: 0°, gelb: 30°, violett: 45°, rot: 60°) außerhalb der 0°-Achse nur leiser wird, aber praktisch keine Veränderung im Frequenzgang zeigt. Das bedeutet: Deutlich off-axis abgestrahlter Schall ist zwar wunschgemäß deutlich leiser, entspricht im Mittenbereich aber dem Klangeindruck in Hauptabstrahlrichtung. Das trägt zu einer hohen Natürlichkeit des Klangbilds auch in Räumen mit nicht-reflexionsarmer Akustik (z.B. Theatern) bei.

Ich habe schon von den metallischen Schlägen auf der Platte von den Sisters of Mercy angefangen und kann weiter berichten, dass sich beim Hören mit Herumlaufen nichts ändert. Die Übertragung ist praktisch perfekt und ohne Verfärbungen. Ich höre nur die reine Musik. Auch seitlich am Rand des Übertragungsbereiches, wo die Höhen schon nachlassen, wird der Sound etwas dunkler, aber es ist so, als wenn jemand ein Filter mit vielleicht 6dB-Flankensteilheit von oben in den Frequenzgang hineinzieht. Dieses Filter nimmt die Höhen weg, aber der Rest bleibt gleich. Geht man ganz aus dem korrekten Abstrahlwinkel heraus, dann kommen auf jeden Fall keine Sidelobes mit komischen Effekten, sondern es hört einfach ganz ruhig auf. Das ist sehr wichtig! Immerhin könnte diese Box für die Beschallung einer einzelnen Zone benutzt werden.

Wenn jetzt am Rand ihrer Zone irgendwelches Gequäke auftreten würde, oder noch schlimmer: wenn das bei der nächsten Box in der nächsten Zone auch passierte, dann hätten wir zwischen den Zonen einen grauslichen Sound. Also niemals denken: Ganz am Rand ist es doch egal!“

Die Sprachverständlichkeit wird in den höheren Mitten entscheidend beeinflusst. Auch hier im schon dem Hochtonband zugehörigen Bereich höre ich Klarheit und klangliche Ausgewogenheit. Nichts versteckt sich und nicht springt einem irgendwie entgegen. Die Sprachverständlichkeit bleibt im gesamten Abstrahlbereich gleich, was mir schon etwas auffiel, was aber hinterher beim Messen ganz deutlich wurde. Zusammen mit der Sprachverständlichkeit läuft die „Durchhörbarkeit“ parallel. Damit meine ich, dass ich Stimmen und Instrumentallinien gut auch durch dichte Abmischungen einzeln verfolgen kann. Sind diese Kanäle also bei der Mischung gut differenziert, so mauschelt sie die Box nicht ineinander.

Das Ganze setzt sich in die Höhen hinein fort, ich kann also sagen, dass diese Box einen sehr neutralen und durchsichtigen Klang hat. Sie verkörpert den Werkzeuggedanken, der es dem Hörenden einfach und nicht schwer machen soll. Das sollte man sich überlegen, wenn es an die Anschaffung von Bodenmonitoren geht. Die präzise Übertragung des Signals äußert sich bei dieser Betriebsart als eine besondere Art der Durchsetzungsfähigkeit. Eine schlechte Box wird vom Sänger immer als zu leise empfunden, denn es fehlt irgendwas. Da der Musiker normalerweise nicht genau weiß, was denn wirklich fehlt, schreit er: „Ich hör mich nicht, mach meinen Monitor lauter“. Obwohl das alles mit der Lautstärke wenig zu tun hat, ist der Musiker dann ein wenig zufriedener, weil ja durch Erhöhung der Lautstärke irgendwas geschehen ist. Na, ja. Eine bessere Box ist aber die einzig richtige Lösung. Nein, diese Box hat keine klanglichen Probleme.

Aber, wozu sind eigentlich solche Boxen gut? Man wird ja wohl mal fragen dürfen… Da gibt es die Beschallung im Theater und allen anverwandten Räumlichkeiten. Vielleicht darf ich das Kabarett auch mal erwähnen, wo es auf eine ganz besondere Sprachübertragung ankommt. Ich habe mal Max Raabe erlebt, der mit ganz versteckten Tonfallveränderungen einen Satz genau in sein Gegenteil verwandeln kann. (Die Lacher kamen dann auch immer etwas verspätet…) Diese Finessen müssen aber über das Mikro und die Boxen gehen und dann auch noch heil ankommen. Das können nur solche Boxen von dieser Qualitätsklasse und natürlich auch hochentwickelte Line-Arrays. Hier wird aus dem Ein-Quellen-Prinzip plötzlich profane Praxis.

Die Sprache ist weitaus modulationsreicher als jedes Musikinstrument, denn der Mund, Rachen und Nasenbereich besteht aus Muskeln, Knochen und Sehnen und ist praktisch unendlich modulierbar. Musikinstrumente sind dagegen eigentlich einfache Maschinen. Die Leute, die mir immer erzählen, was für grosse Anforderungen die Klassik an Boxen stellt, sollen sich erstmal die Anforderungen bei sehr komplexer Sprachübertragung überlegen. Die gute oder sehr gute Sprachverständlichkeit auch off-axis ist mir deutlich aufgefallen.

Aber hinterher, als ich die Messungen gesehen habe, habe ich ein besonderes Plateau gesehen, wo der gesamte Sprachverständlichkeitsbereich und der Präsenzbereich praktisch über den allergrößten Teil des Frequenzganges gleich geblieben ist und sich mit steigendem Off-Axis Winkel nur in seiner Gesamtheit etwas nach unten geneigt hat, aber nicht auseinandergefallen ist. Bitte sehen Sie sich dieses Plateau in den Messdiagrammen mal an, das ist ganz ungewöhnlich. Ich glaube hier übrigens nicht an einen Zufall. Gut, weiter im Anwendungsspektrum. Nehmen wir auch mal die hochwertige Gastronomie. Hier kann ich nur sagen, zwei LABRAT twelve und ein Sub, und der Sound ist gebongt.

Wenn der Betreiber an dem System nicht herumkurbelt, dann kann eigentlich nichts schiefgehen, er braucht sich nie mehr darum zu kümmern. Und das ist das Einzige, was diesen Anwenderkreis wirklich interessiert. Ich glaube, dass ein erheblicher Anteil der LABRAT-Fertigung in die Gastronomie geht und das kann ich nur gutheißen.

Ja, und sonst?

Westlab Audio: Frank Winkelmann und Dietmar Bauer
Westlab Audio: Frank Winkelmann (l.), Operation Manager und Dietmar Bauer (r.), Head of Marketing. Die beiden Boxen sind die „LABTOP sixfive“ und der Sub am Boden ist der „LABSUB fifteen“.

Ich erzähle erst mal, was ich selbst erlebt habe. Die Situation war: Konzert eines Liedermachers mit nicht zu wenig akustischen Instrumenten und kräftiger Percussion. Obwohl sich der Künstler sehr bescheiden und irgendwie naturverbunden gab und fast den Eindruck des Unplugged-Konzerts erwecken wollte, war die Bühne voll und ganz durchelektronisiert. Mit großem Digitalpult und wirklich allen Schikanen.

Die Hauptbeschallung war exzellent und das FOH-Personal war internationale Spitze. Bis auf das letzte Trömmelchen konnte man alles sauber und differenziert hören, es war schon vorbildlich. Man durfte allerdings nicht aus dem Feld der Hauptbeschallung herausgehen. (Gemeint ist PA-Wings mit Line Arrays und Delay-Klein-LineArrays.). Verliess man diesen Bereich, dann kam man in kleine Seitenbereiche, die auch voller Leute waren und die einen grottenschlechten Sound hatten.

Das haben alle gehört, nicht nur ich, alle fanden das unmöglich und haben sich geärgert. Hier hingen kleine Boxen minderer Qualität. Die wären vielleicht nicht so sehr aufgefallen, wenn die Hauptbeschallung vielleicht auch nicht so gut gewesen wäre, wie sie war, aber durch den Gegensatz war der Qualitätsunterschied für alle klar und deutlich hörbar. Hier fehlten Boxen wie die LABRATs. Die wären nämlich überhaupt nicht aufgefallen und hätten die Hauptbeschallung einfach nur geometrisch erweitert. Kein Mensch hätte sich darum gekümmert, alle wären einfach nur zufrieden gewesen.

Langer Rede kurzer Sinn: Wer Hilfs-, Stütz-, Zieh- oder sonstige Boxen für Bereiche verwenden muss, die die Hauptbeschallung nicht überdeckt, der sollte tunlichst Boxen einer gleichen Qualitätskategorie verwenden. Dann nämlich wird der Hauptbereich einfach nur grösser und nichts anderes passiert. Abschliessend bin ich froh, dass ich mich zunächst gegen das Line Array und für diese 12er-Koaxe entschieden habe. Denn nach dem Line Array hätten diese LABRAT twelve vielleicht nicht die Aufmerksamkeit bekommen, die sie brauchen. Junge Boxen von einer jungen Firma brauchen wirklich Aufmerksamkeit, und ich hoffe, dass ich mich hier als nützlich erwiesen habe. Noch ein Schlussgedanke: Worte wie „Phasenstarr“, „kohärenter Phasengang“, „Laufzeitangleichung“ bekommen jetzt, Ende 2014 wieder eine präzisere Bedeutung.

Preis: Die LABRAT twelve kostet in der von mir getesteten aktiven Version EUR 2390,- aber es gibt auch eine Passivbox, die „LABRAT twelve p“, die kostet EUR 1290,- (Preise netto zzgl MwSt.)