Curving, Rigging, Handling

Das Curving, also die Einstellung der Winkel zwischen den einzelnen Line-Array- Elementen stellt den Hersteller dieser Lautsprecherfamilie immer vor dasselbe Problem. Alles muss absolut sicher sein, alles muss schnell gehen, alles muss einfach sein.

Hier gilt auch das Jahrzehnte alte Gebot: Stahl muss an Stahl hängen, niemals Holz an Holz. Das zweite wäre: Hast du das Line Array -Element dabei, dann hast du alles, was du brauchst. Ich sage mal: Nichts ist so unangenehm und peinlich wie ein vergessener Schäkel oder das lustige „Befestigungsbolzen-im-hohen-Gras-Suchen-Spiel“. Beide Forderungen sind beim V 20 schon beim ersten Hinsehen erfüllt. Darüber hinaus sehe ich in den Systemvorschlägen von Audio Pro, dass an einem Rahmen drei Bassboxen und acht Line Array Elemente hängen. Das spricht seine eigene Sprache, was Solidität ist.

Messungen auf großem Gelände
Der Messaufbau: Leider ist auf diesem Bild das Messmikro nur sehr schwer zu erkennen, es steht zufällig genau vor dem mittleren Eisenpfeiler der Rohrleitung (von der Bildmitte nach oben). Was aber gut zu erkennen ist: Wir haben sehr viel Platz. Im Rücken des Fotografen ist eine mindestens noch einmal so grosse Freifläche (Parkplatz) und Echos kommen erst von Gebäuden in über 200m Entfernung. Wir haben das Mikro schrittweise nach hinten versetzt und so konnten wir die sehr homogene Schallausbreitung dieses Systems messen. (Kommentar Dirk Wedell: Was aber durch pures Hören viel deutlicher und vor allem eindrucksvoller geschieht…) Den eigentlichen Aufschluss über die Qualitäten des Systems bringt natürlich fleissiges Kreuz&Quer-Herumlaufen im Gelände. Das ist auch der Grund für die gewählte Perspektive dieses Bildes mit dem eher langweiligen Vordergrund. Die Bässe waren cardioid aufgestellt, auch das kann man nur hören, wenn reichlich Platz vorhanden ist.
Winkeleinstellung
Winkeleinstellung: Der rote Hebel ist sichtbar, mit dem man die Scheibe „freischaltet“ um den gewünschten Winkel einzustellen.

 

Das Curven erfolgt an einer seitlich an der Box angebrachten Drehscheibe. Auf dem Bild sieht man eine rote Taste, mit der man die Einstellung freigibt. In der seitlichen Rahmenkonstruktion befi ndet sich eine kleine Lücke, durch die man den gewünschten Winkel sehen muss. Wenn dieser Winkel sichtbar ist, wird die rote Taste losgelassen und der Winkel wird mit dem Bolzen festgestellt. Nebenbei wird auf diesen beiden Bildern auch deutlich, mit welchen opulenten Materialstärken hier gearbeitet wird.

Einstellung fertig und fixiert
Winkeleinstellung: Hier ist die Einstellung fertig und fixiert. Der rote Hebel ist jetzt nicht mehr auffällig sichtbar. Die Lücke im Riggingsystem gibt auch den Blick auf den gewünschten Winkel (hier: 2°) frei. Auf beiden Bildern „Winkeleinstellung“ lassen sich die erheblichen Materialstärken und auch die sorgfältige Verarbeitung ablesen.

Die Elemente kann man auf dem Dolly einstellen und hochziehen aber man kann auch erst etwas hochziehen und dann einstellen. Die zweite Möglichkeit braucht man natürlich auch, wenn im Nachhinein etwas am hängenden System geändert werden muss. Das Dolly und eine Schutzhülle gehören zum System. Es sind immer vier Elemente, die unter die Hängeposition gezogen werden. Die Anlage wurde von den auf dem Bild sichtbaren Personen aufgebaut und gehängt. Alle vier sind nun nicht die Veranstaltungstechniker, die das jeden Tag machen. Die einen arbeiten im Vertrieb und die anderen sind Schreiberlinge. Und deshalb hat es auch ein wenig gedauert, bis alles fertig war. Aber, auf diese Weise haben wir einen genauen Eindruck bekommen, wie schnell das Leute von Eventdienstleistern machen können, und ich schätze die Aufbauzeit als sehr gering ein. Auch das ist natürlich ein für die tägliche Arbeit extrem wichtiger Punkt.