Rigging-Workshop
Rigging-Workshop

Rigging

Das Rigging eines Bose ShowMatch-Arrays ist sehr unkompliziert. Für die eigentlichen Arrayelemente wird ein Dreipunkt-Rigging verwendet. Die Arrayelemente sind an der Vorderkante über je zwei Lock-Pins mit ihren Nachbarelementen verbunden, fixiert wird das ganze auf der Rückseite mit einem Pin. Beim 5°-Arrayelement ist die rückseitige Verbindung zusätzlich so ausgelegt, dass der Anstellwinkel in 1° Schritten von 0-5° fixiert werden kann.

Für das System stehen zwei Cradles zur Verfügung,. Das Dreipunkt-Cradle ist leichter und eignet sich für Aufbauten ohne geflogene Bässe. Sollen Bässe im Array mit geflogen werden, muss das Vierpunkt-Cradle verwendet werden, um auch den Subbass stabil befestigen zu können. Mit einem entsprechenden Adapter kann mit dieser Rigging-Hardware auch ein Ground-Stack Aufbau realisiert werden.

Antrieb

Ein Ground-Stack-Aufbau ist ebenfalls möglich.
Ein Ground-Stack-Aufbau ist ebenfalls möglich.

Das Konzept des neuen ShowMatch-Lautsprechersystems arbeitet mit passiven Lautsprecherkomponenten, die von Bose PowerMatch Systemendstufen angetrieben werden. Über das Grundkonzept passiver vs. aktiver Lautsprechersysteme kann man natürlich lange diskutieren – beide Konzepte können Vorteile ins Feld führen und Nachteile aufweisen.

Ein Vorteil eines Lautsprechersystems mit passiven Lautsprecherkomponenten besteht darin, dass man die Endstufenleistung flexibel an den Leistungsbedarf der Anwendung anpassen kann, und dass die Leistungsverstärker gut zugänglich an der Bühne oder in einem Technikraum untergebracht sind, so dass bei einem Endstufendefekt schnell eine Ersatzendstufe angeschlossen werden kann.

Im vorliegenden Fall sind als Leistungsverstärker die Bose PowerMatch Endstufen als Antrieb für die Lautsprecherkomponenten vorgesehen. Jede Endstufe verfügt über einen integrierten DSP sowie bis zu acht Endstufenkanäle, von denen bis zu vier im Vierer-Brückenbetrieb („Quad-Mode“) gemeinsam an einem Kanal betrieben werden können.

Der PowerMatch 8500 Systemverstärker bietet beispielsweise acht Endstufenkanäle mit jeweils bis zu 500 W Ausgangsleistung (an 4 Ohm). Im „Quad-Mode“ arbeiten vier davon auf einen Lautsprecherausgang und können so eine Ausgangsleistung von bis zu 2000 Watt bereitstellen.

Durch die flexible Kombinierbarkeit von 1, 2 oder 4 Endstufenkanälen kann man die Ausgangsleistung für jeden Lautsprecher-Ausspielweg sehr gut skalieren, was insbesondere im Zusammenspiel mit dem Delta-Q Arbeitsprinzip des ShowMatch Lautsprechersystems viel Sinn ergibt.

Damit ist es möglich, wahlweise mehrere identisch abstrahlende Arrayelemente an einem Endstufenausgang zu bündeln oder aber unterschiedliche Arrayelemente an individuellen Endstufenkanälen des PowerMatch-Verstärkers mit entsprechend geringerer Ausgangsleistung zu betreiben.

Live-Sound Workshop
Live-Sound Workshop mit Sound Designer Mark Payne

Präsentation

Für die Produktvorstellung in Offenbach hatte Bose das Capitol-Theater gewählt, ein Veranstaltungsort, der mit mittelgroßem Saal, einem großen Foyer und Nebenräumen aufwarten kann. Die eigentliche Lautsprecherpräsentation sowie einführende Vorträge zur Technik des neuen ShowMatch Systems fanden im Saal statt. Im Foyer und in den Nebenräumen wurden im Anschluss nach Art von Workshops spezielle Themen vertieft, wie beispielsweise der akustische Aufbau der Lautsprecherkomponenten, dass Rigging-Konzept und die Verstärkertechnologie.

Darüber hinaus gab es in der Workshop-Phase die Möglichkeit, in einer Live-Mixing-Situation nach Art eines virtuellen Soundchecks mit dem ShowMatch-System auf der Basis einer Mehrspuraufnahme einen eigenen Mix zu bearbeiten und so einen Eindruck davon zu bekommen, wie das neue Bose -Lautsprechersystem auf verschiedene Signalbearbeitungsmaßnahmen im Mischpult reagiert.

Im Anschluss gab es zudem die Möglichkeit, auch mitgebrachtes Material anzuhören und auf diese Weise festzustellen, ob das Lautsprechersystem sich auch für die eigene Anwendung beziehungsweise das dort typischerweise benutzte Tonmaterial eignet.

Diese erste Präsentation des Bose ShowMatch Systems ging also deutlich über eine fertig choreografierte Präsentation mit reinem „Vorführmaterial“ hinaus und bot den Teilnehmern sehr viel Raum für eigene Hörerfahrungen und natürlich auch für die Klärung von Fragen zur Technik, Logistik und zum wirtschaftlichen Betrieb eines ShowMatch DeltaQ-Array Systems.

Ausblick

An dieser Stelle wollen wir natürlich einem späteren Testbericht nicht vorgreifen. Da es aber, wie erwähnt, die Möglichkeit gab, das System auch mit eigenem Material anzuhören, habe ich natürlich die Gelegenheit ergriffen und schon mal in einige Tracks aus unserem normalen Test-Parcours reingehört. Auf dieser Basis kann ich sagen, dass das neue Bose ShowMatch System nicht nur von der akustisch-technischen Seite her eine interessante Lösung für kleine bis mittlere Theater und Mehrzweckhallen sowie für den mobilen Betrieb darstellt, sondern auch klanglich viel versprechend daherkommt. Man darf also gespannt sein.

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