ShowMatch

"Ansichtsexemplar" eines ShowMatch-Arrayelementes
„Ansichtsexemplar“ eines ShowMatch-Arrayelementes. Ein 8″-Chassis und eine Hornflanke sind entfernt und enthüllen Details des Mittelhochtonsys- tems. Durch die Lautsprecheröffnung sind die EMB2S Treiber sichtbar.

Für die Konzeption des neuen ShowMatch-Systems hatten sich die Bose Entwickler also zum Ziel gesetzt, auf der einen Seite das Basiskonzept des kontinuierlichen bogenförmigen Beugungsspaltes (CADS) weitestgehend beizubehalten, weil dieses es erlaubt, das Abstrahlverhalten des Arrays bestmöglich auf die zu beschallende Fläche abzustimmen. Gleichzeitig sollte das Konzept des ShowMatch-Systems aber so ausgelegt sein, dass man möglichst wenig unterschiedliche Array-Elemente auf Lager halten muss, um eine möglichst gute Auslastung des Lautsprecherbestands gewährleisten zu können.

Die Seitenteile der ShowMatch-Arrayelemente mit den Griffschalen sind aus Kunststoff und wechselbar.
Die Seitenteile der ShowMatch-Arrayelemente mit den Griffschalen sind aus Kunststoff und wechselbar. Sie können für Festinstallationen ganz entfernt werden. Mit speziellen Low-Profile-Lockpins können so Arrays mit sehr dezenter Optik für Installationen in anspruchsvollen Umgebungen entstehen.

Darüber hinaus sollte das einzelne Array-Element im Vergleich zu denjenigen des RoomMatch Systems kompakter und handlicher sein. Dies kommt sowohl dem einfachen Handling im Betrieb entgegen, als auch den Vorstellungen mancher Bauherren und Architekten in der Festinstallation, die sich ein möglichst kompaktes und unauffälliges Beschallungssystem wünschen.

Diese Anforderungen führten zur Entwicklung des ShowMatch-Systems, das mit drei Basis-Arrayelementen und einem Subbass-Modul auskommt. Die Array-Elemente kommen in drei Varianten mit vertikalen Abstrahlwinkeln von 5°, 10° und 20°.

Bei einem Abstrahlwinkel von 5° ist die Krümmung des Beugungspaltes sehr gering – die Abweichung von einer ebenen Schallaustrittsfläche beträgt nur maximal 1,33° – entsprechend einer maximalen Abweichung von 3,6mm bei einer Spaltlänge bzw. Höhe des Array-Elementes von 27cm. Das hat den Vorteil, dass man mit dem 5° ShowMatch-Arrayelement bei Bedarf auch die Eigenschaften eines klassischen Line-Arrays nachbilden kann.

Zu diesem Zweck hat das 5°-Arrayelement eine Rigging-Hardware, die es ermöglicht, den Winkel zwischen zwei angrenzenden 5°-Arrayelementen zwischen 0° und 5° in 1°-Schritten einzustellen.

Subbass SMS118
Der Subbass SMS118 des ShowMatch-Systems kann mit im Array geflogen werden.

Da alle Array-Komponenten das Bose ShowMatch-Systems aber mit dem CADS-Konzept, also dem kontinuierlichen bogenförmigen Beugungsspalt arbeiten, hat man hier nicht das Problem, dass bei zu großen Anstellwinkeln das Line-Array aufbricht und dann doch hörbare Interferenzeffekte im Bereich der Übergänge zwischen den einzelnen Elementen entstehen.

Tatsächlich ist es so, dass man dank der CADS-Technologie sowohl klassische Line-Arrays (J-Arrays), als auch so genannte Constant-Curvature-¡Arrays und eben auch alle Zwischenformen realisieren kann, ohne sozusagen „von der reinen Lehre abzuweichen“, und zwar auch in einem einzigen Array.

Horizontales Abstrahlverhalten

Bleibt das horizontale Abstrahlverhalten. Der horizontale Abstrahlwinkel wird in jedem ShowMatch-Arrayelement durch den horizontalen Öffnungswinkel des Horns festgelegt, in das die Mittelhochton-Treiber über den besagten Beugungsspalt abstrahlen. Im Gegensatz zu den Arrayelementen des Bose RoomMatch-Systems sind die horizontalen Abstrahlwinkel bei den ShowMatch-Arrayelementen jedoch nicht fest, sondern einstellbar.

Diese Einstellung des horizontalen Abstrahlwinkels erfolgt durch Einbau der entsprechenden seitlichen Schallführungselemente beziehungsweise seitlichen Hornflanken. Diese sind für das jeweilige Arrayelement (SM5: 5°, SM10: 10°, SM20: 20°) und den jeweiligen horizontalen Abstrahlwinkel optimiert. Sie bestehen aus Kunststoff und werden mit je vier Schrauben im Arrayelement fixiert. Der Austausch ist in wenigen Minuten erledigt.

Für die Arrayelemente stehen Schallführungen für horizontale Abstrahlwinkel von 55°, 70°, 100° und 120° zur Verfügung. Dabei gibt es nicht alle horizontalen Abstrahlwinkel für alle Arrayelemente, sondern nur die, die für die Kombination mit dem jeweiligen vertikalen Abstrahlwinkel des Arrayelementes sinnvoll sind.

Beim 5° Arrayelement SM5 ist die 70° Schallführung Standard, die 100°-Variante im Lieferumfang und die 55°-Version optional erhältlich. Das 10°-Arrayelement SM10 kommt standardmäßig mit der 100°-Schallführung, 70° ist im Lieferumfang. Entsprechend kommt das 20°-Element SM20 mit der 100°-Schallführung als Standard, 70° ist im Lieferumfang und 120° optional erhältlich.

Bei allen ShowMatch Arrayelementen sind die Schallführungskomponenten auch gemischt einsetzbar, so dass man bei Bedarf auch ein asymmetrisches horizontales Abstrahlverhalten realisieren kann.

Mit nur drei verschiedenen Arrayelementen für die vertikalen Abstrahlwinkel 5°, 10° und 20° sowie den austauschbaren Schallführungen kann man also insgesamt 22, auch asymmetrische, Kombinationen aus horizontalem und vertikalem Abstrahlverhalten zusammenstellen. Mit keiner dieser Kombinationen wird dabei das akustische Basiskonzept überstrapaziert – wie das etwa bei einem klassischen Line-Array der Fall wäre, bei dem man ein zu starkes Curving einstellt, so dass das Line-Array in Einzelstrahler aufbricht und dann hörbar nicht mehr richtig als Linienstrahler funktioniert.

Virtueller Soundcheck im Saal
Beim virtuellen Soundcheck im Saal

Mittelhochtontreiber

Da der durchgehende, gekrümmte Beugungsspalt eine Schlüsselkomponente eines Bose DeltaQ-Arrays und entsprechend auch des ShowMatch-Systems ist, kommt dem Mittelhochtontreiber auch hier eine große Bedeutung zu. Damit das DeltaQ-Konzept so gut wie möglich funktioniert, versucht man, ein möglichst großen Frequenzbereich über diese Horn/Treiber-Kombination abzustrahlen. Da die Arrayelemente beim ShowMatch-System insgesamt kompakter sind als bei RoomMatch, ist auch das Mittelhochtonhorn kleiner.

Technik-Workshop mit Thomas Steinbrecher
Technik-Workshop mit Thomas Steinbrecher

Beim ShowMatch-System liegt die Breite des Hornmundes bei circa 12,5″ (knapp 32cm), das Horn beginnt also ab etwa 1kHz, eine spürbare Richtwirkung zu entfalten. Dementsprechend kann auch der Horntreiber etwas höher angekoppelt werden als beim RoomMatch-System – die Trennfrequenz liegt hier ebenfalls bei 1kHz.

Audio-Rack u.a. mit PowerMatch-Endstufen
Audio-Rack u.a. mit PowerMatch-Endstufen

Um unter diesen Randbedingungen eine möglichst optimale Performance zu bekommen, wurden für das ShowMatch-System neu entwickelte Lautsprecherkomponenten eingesetzt. Der hier verbaute EMB2S-Treiber (Extended Mid Band) hat gegenüber dem EMB2-Treiber des RoomMatch-Systems eine etwas höhere und untere Grenzfrequenz, einen etwas höheren Wirkungsgrad und einen erweiterten Hochtonbereich.

In jedem Arrayelement arbeiten vier EMB2S-Treiber, die im Tieftonbereich durch zwei Bose SM8 8″-Neodymchassis ergänzt werden, die in einem Bass Reflexgehäuse arbeiten. Die Trennfrequenz liegt bei 1 kHz. Im Frequenzbereich von 1kHz bis 4kHz, der für die Deutlichkeit der Stimmwiedergabe wichtig ist, befindet sich also keine Trennfrequenz – er wird bereits komplett vom Mittelhochtonsystem wiedergegeben.

Ein Arraymodul hat einen Nutzfrequenzbereich von 70Hz bis 16kHz (-3dB), ist also auch fullrange-tauglich.

Für Anwendungen, die einen hohen Headroom auch im Bassbereich erfordern, steht der 1×18″ Subwoofer SMS118 zur Verfügung, der mit den Arrayelementen geflogen werden kann. Er über Speakon-Anschlüsse auch auf der Vorderseite, so dass auch der Aufbau eines Kardioid-Bassarrays mit verdreht eingebauten Bassboxen ohne umständliche Verkabelung möglich ist.

Lesen Sie weiter auf Seite 3!

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