Audiocenter K-LA210DSP Sound

Outdoor-Testaufbau
Outdoor-Testaufbau in Ibbenbüren

Soweit zum technischen Aufbau des Systems – aber wie klingt es denn? Um das herauszufinden, haben wir das System mit einem Outdoor-Aufbau probegehört. Weil unser normales Outdoor-Testgelände in Recklinghausen durch eine Veranstaltung der Ruhrfestspiele belegt war, hatte der deutsche Vertrieb Trius auf dem Firmengelände in Ibbenbüren freundlicherweise einen entsprechenden Aufbau bereitgestellt. An dem betreffenden Tag war die Wetterlage so, dass es netterweise nicht geregnet hat, es war allerdings ziemlich windig, so dass wir für die Outdoor Messungen eine etwas ruhigere Phase abwarten mussten.

Verglichen mit der Labormessung eines einzelnen Arrayelementes ergab sich jedoch auch mit der Outdoormesseung des Komplettsystems ein konsistentes Ergebnis. Das System wird standardmäßig in Betrieb genommen, es gibt keine Überraschungen. Wer überhaupt schon einmal mit Line Arrays zu tun hatte, weiß, wie er vorzugehen hat. Auch die Einstellung des Curvings ist völlig im Standard, insgesamt eine überraschungsfreie Mechanik.

Audiocenter SW218 Subbässe
Zwei Subbässe vom Typ Audiocenter SW218

Das zum Testhören gewählte Curving des Systems war in etwa so, wie man es sich als gängige Variante vorstellen kann. Wir hatten allerdings zwischendurch mal einen Wunsch nach einem etwas anderen Curving und das hat Christoph Ahmann so schnell und einfach erledigt, dass wir beide schon ein wenig gestaunt haben. Die Mechanik, nicht nur die für das Curving zuständige, sondern auch Frontgitter und alles, was dazugehört, ist komplett auf internationalem Stand und braucht nicht weiter hinterfragt zu werden. Alles wunderbar, alles bestens, aber der verdammte Wind. Es war schon fast stürmisch, und das machte das Hören nicht einfacher.

Allerdings bestand der Wind überwiegend aus einzelnen Böen und man konnte sich zwischendurch immer einen Eindruck verschaffen, ob dieser oder jener Effekt windbedingt oder Realität war. Wir gehen ja beim Hören viel auf und ab und hin und her, und so mussten wir bei jeder Kleinigkeit stehenbleiben, ob sich in einer relativ ruhigen Zeitspanne der gehörte Effekt bestätigte. Also dauerte das Hören um ein Vielfaches länger als normal. Der Wind täuschte zum Beispiel häufig vor, es würde von einem Schritt zum anderen anders klingen. Das allerdings wäre schon sehr schlecht für ein Line Array gewesen. Aber, wenn man stehenblieb und auf Ruhe wartete, konnte man irgendwann doch ganz deutlich hören, dass das System brav als Line Array arbeitete. Es gab also keine realen Klangsprünge.

Nachdem wir das herausbekommen hatten, waren wir den Wind auch schon etwas gewöhnt und konnten intuitiv die Windeffekte „herausrechnen“. Insgesamt brachte das System eine breite (wohl um die 100°) und typisch flache Wurfausrichtung, sodass es schon bald keine Zweifel mehr an der prinzipiellen Funktion mehr gab. Dann also die CDs herausgeholt, die wir immer bei solchen Tests verwenden. Da kamen dann doch Ergebnisse zustande, die recht gut erfassbar waren.

Sisters Of mercy, More. Die metallischen Schläge, die bei einem absoluten Spitzensystem hart und metallisch klingen und auch bei Lautstärke sich selbst nicht verändern dürfen und auch nichts anderes (Gitarre vs. Stimme) stören dürfen, kamen von vornherein nicht ganz so hart, wie sie im Original sind. Auch in der zweiten Hälfte des Liedes vermischten sie sich mit den anderen Tracks, aber, das habe ich natürlich nur deswegen so genau gehört, weil ich auf dieses Lied trainiert bin und genau weiß, auf was ich achten muss.

Christoph Ahmann
Christoph Ahmann von Trius

Bei hohen Lautstärken wurde dieser Eindruck bestätigt, aber: erstens weiß jeder, wie laut eine 6er-Banane nun mal ist, und zweitens, haben auch alle Spitzensystem bei Maximalpegel angefangen, die Tracks miteinander zu verschwurbeln. Die machen das nur nicht so stark. Also sehe ich hier keinen prinzipiellen Höreindruck wie: „Das Audiocenter K-LA210DSP kann es nicht“, sondern die Aussage muss lauten „Das System kann es auch, aber eben nicht ganz in diesen extremen Bereichen wie die mehrfach teureren internationalen Spitzensysteme“.

Da muss man fair bleiben. Es gibt Anwendungen wo z. B. aus Gründen der Raumgeometrie (zu niedrig oder so) eine -sagen wir Kombination aus vier Elementen bis zum Allerletzten ausgereizt werden muss. Dann würde man mit dem Audiocenter System nur einen kompromissbehafteten Sound erzielen. In diesem Fall müsste man eines der Supersysteme installieren und somit mit weniger Elementen die Kosten mindestens verdoppeln. Langer Rede kurzer Sinn: Überall dort, wo es um Audioübertragung geht, die 95% aller vernünftigen Anforderungen umfasst, wäre das K-LA210DSP eine echte Empfehlung.

Der „Sisters Of Mercy-Test“ dient mir zur Einordnung des Systems in die Klassenzugehörigkeit. Darüber hinaus haben wir noch andere Tonbeispiele. Eine Solostimme oder zwei in weiten Bereichen parallel laufend zwei Frauenstimmen und auch die Blue Man Group, deren mächtige Trommeln schon manche Box an den Rand der Verzweiflung getrieben hat. Aber auch hier gab es keine Überraschungen. Ich musste mir immer wieder vorstellen, dass die allermeisten Hörer nicht im Geringsten meine Vergleichsmöglichkeiten haben und habe nach Auffälligkeiten gesucht, die weniger geübte Hörer auch wirklich wahrnehmen können. Diese Auffälligkeiten gibt es hier nicht.

Das Audiocenter K-LA210DSP Line Array ist ein System der Mittelklasse. Im Verlauf des Hörtests habe ich versucht, das System abzugrenzen. Ungerechterweise nur nach „oben“ hin. Und was ist mit „Nach unten“? Das ist genau so wichtig. Dieses System funktioniert als Line Array. Es bietet eine gleichmäßige Schallverteilung bei angenehmem Klang. Das können die Systeme darunter nicht. Diejenigen, die einigermaßen klingen, zeigen u.U. scharfe Beams in der horizontalen Abstrahlung und erzeugen im Allgemeinen auch Pegel-Stufen bei Entfernungsveränderung (ergo vertikal). Und diejenigen, die schon fast wie ordentliche Boxen klingen, sind in der Regel zu leise oder verfärben stark.

Das hatten wir alles schon. Allerdings kosten diese Systeme dann auch noch mal die Hälfte des Audiocenter K-LA210DSP oder weniger. Insgesamt haben wir hier ein klanglich ansprechendes System der gesunden Mittelklasse. Vom Klang her hat mich die oben beschriebene Entwicklungs- und Herstellungspolitik überzeugt. Dieses System tut genau das, was es soll.

Klicken Sie die „3“ für die Messergebnisse des Audiocenter K-LA210DSP Line-Arrays und die Zusammenfassung.