LEaT con 25: Live, AV und Broadcast rücken näher zusammen
Die LEaT con 25 in Hamburg hat vom 14. bis 16. Oktober 2025 erneut die verschiedenen Gewerke der Live- und Entertainmentbranche zusammengeführt. Über 8.500 Aussteller und Besuchende sowie knapp 400 Brands kamen in die Hallen der Messe Hamburg. Dabei zeigte sich vor allem, wie stark sich die Grenzen zwischen klassischer Veranstaltungstechnik, professioneller AV, IT und Broadcast inzwischen verschieben. Mit der AVcon in Halle A4, dem neuen Broadcast-AV-Bereich und dem KI-Schwerpunkt neo summit wurde das thematische Spektrum gegenüber den klassischen LEaT con-Themen weiter ausdifferenziert.
Die Veranstaltung verteilte sich in diesem Jahr auf die Hallen A1 und A4. Die räumliche Aufteilung folgte dabei auch einer thematischen Struktur: In Halle A1 konzentrierte sich die LEaT con auf Entertainment, Liveproduktion, Rock’n’Roll, Theater und verwandte Bereiche. Halle A4 war dagegen stärker von Festinstallation, Systemintegration und professioneller AV-Technik geprägt. Dort war die AVcon angesiedelt, die als eigenständiger Bereich die ProAV-Themen bündelte.
Diese Aufteilung trägt einer Entwicklung Rechnung, die auf vielen Branchenveranstaltungen zu beobachten ist: AV-Technologien und IT wachsen zusammen, während sich die Einsatzgebiete von Produkten und Systemen zunehmend überschneiden. Die LEaT con versucht, diese unterschiedlichen Märkte unter einem gemeinsamen Veranstaltungsdach abzubilden, ohne die jeweiligen fachlichen Schwerpunkte aufzugeben.
AVcon mit eigenem Profil
Die AVcon nahm in Halle A4 entsprechend eine zentrale Rolle ein. Im Mittelpunkt standen Themen wie AV over IP, AI in ProAV, Workspace & Conferencing und Cybersecurity. Neben der Ausstellung bildeten die AV Stage und die AVcon Speakers Corner wichtige Anlaufpunkte für Vorträge und Diskussionen.

Das Programm entstand in Zusammenarbeit mit AV-Solution Partner und deckte unterschiedliche Aspekte der ProAV-Welt ab. Auf der Agenda standen unter anderem „Disruptive AV/IT-Konvergenz“, „KI trifft Beton“ und der Beitrag des AVIXA Women’s Council „Die AV-Branche im Wandel“.
Auch auf Ausstellerseite war eine Erweiterung des Teilnehmerfeldes festzustellen. Zu den neuen Unternehmen gehörte beispielsweise die PIK AG als Systemhaus. Hinzu kamen mehrere neue LED-Hersteller, darunter auch chinesische Anbieter. Gleichzeitig waren etablierte Unternehmen wie Novastar und Pixelhue erneut vertreten. Für diese Hersteller ist die Veranstaltung nach Angaben der Organisatoren inzwischen ein wichtiger europäischer Branchentermin zum Jahresende.
Eine eindeutige Konzentration des Ausstellerzuwachses auf ein einzelnes Marktsegment lässt sich dabei nicht feststellen. Vielmehr erweitert sich das Feld der AVcon in unterschiedliche Richtungen – von Systemhäusern und Integratoren bis hin zu Herstellern von LED- und weiteren AV-Komponenten.
Mit AV-Solution Partner war zudem ein wichtiger Branchenverband vertreten. Der Vision Tools Stand bildete erneut eine Plattform für verschiedene Partner und Aktionen.
Broadcast als Bindeglied
Eine weitere Neuerung war der Bereich Broadcast AV. Dass dieser Bereich innerhalb der AVcon angesiedelt wurde, ist dabei mehr als eine rein organisatorische Entscheidung. Zwischen Broadcast, professioneller AV und Liveproduktion gibt es zahlreiche Überschneidungen bei Technologien und Anwendungen.
Zu den Ausstellern beziehungsweise Beteiligten gehörten unter anderem Zactrack, Riwit, Sigma und Vision2see sowie der Bundesverband Fernsehkameraleute (BVFK). Auch Studio Hamburg MCI war vertreten. Der Systemintegrator nutzte ein eigenes Videocast- und Podcast-Studio nicht nur zur Präsentation des Unternehmens, sondern auch als Veranstaltungsfläche für Talks.
Damit wurde zugleich ein Format aufgegriffen, das sich inzwischen auf vielen Branchenveranstaltungen etabliert hat: Ausstellungsflächen werden zunehmend mit Content-Produktion und Vortragsformaten kombiniert. Der Messestand wird so vom reinen Präsentationsort zum Produktions- und Kommunikationsraum.
KI zwischen Hype und Anwendung
Kaum ein Branchenthema war auf der LEaT con 25 so präsent wie künstliche Intelligenz. Mit dem neo summit wurde dafür ein eigener Bereich geschaffen, der sich mit KI-Anwendungen für Events beschäftigte. Gleichzeitig war KI ein Schwerpunkt im Programm der LEaT con-Mainstage in Halle A1.
Bemerkenswert ist dabei die zunehmende Verschiebung der Diskussion von der grundsätzlichen Frage, was KI leisten kann, hin zu konkreten Anwendungsszenarien. Entsprechend ging es auf der Veranstaltung nicht nur um technologische Möglichkeiten, sondern auch um deren Einsatz in bestehenden Produktions- und Arbeitsprozessen.
Die Einrichtung eines eigenen Bereichs für KI zeigt, welchen Stellenwert das Thema inzwischen für die Veranstaltungsbranche besitzt. Gleichzeitig wurde deutlich, dass sich die Entwicklung noch in einer Phase befindet, in der viele konkrete Anwendungsfälle und Geschäftsmodelle erst entstehen.
Mehr als 150 Programmpunkte
Neben der Ausstellung war das Rahmenprogramm ein wesentlicher Bestandteil der Veranstaltung. Mehr als 150 Vorträge, Workshops, Trainings und Diskussionsrunden verteilten sich auf die verschiedenen Bühnen und Veranstaltungsflächen.

Thematisch reichte das Programm von „AI in Action“ über Immersive Experience und Production Reality bis hin zu Personal Growth. Neben technischen Fragestellungen fanden auch die strukturellen und sozialen Herausforderungen der Branche ihren Platz.
So diskutierte das Panel „Neue Krise, neue Normalität, neuer Aufschwung – wohin steuert die Veranstaltungswirtschaft?“ die wirtschaftliche Situation und die weitere Entwicklung des Marktes. Die „Alliance of Voices: Shaping the future of the AV & Event Industry“ nahm die Zukunft der AV- und Eventbranche in den Blick. Mit „TorTouring: Mental Health zwischen Bühne und Burnout“ wurde darüber hinaus die Belastungssituation von Beschäftigten im Tournee- und Veranstaltungsumfeld thematisiert.
Damit bewegte sich das Programm bewusst über reine Produktpräsentationen hinaus. Neben neuen Technologien standen Fragen nach Arbeitsbedingungen, Branchenentwicklung und zukünftigen Geschäftsmodellen auf der Agenda.
Networking als Konzept
Der Begriff „Networking Convention“ ist bei der LEaT con nicht lediglich ein Untertitel. Der persönliche Austausch bildet einen wesentlichen Bestandteil des Veranstaltungskonzepts. Die Organisatoren setzen dabei weniger auf möglichst spektakuläre Produktinszenierungen als auf Gesprächssituationen und gezielte Kontakte zwischen Unternehmen und Fachbesuchern.
Dazu gehören auch die Demoräume, die den Ausstellern die Möglichkeit geben, Produkte und Systeme in einem kontrollierten Umfeld vorzuführen. Auf eine große, dauerhaft laufende Live-Sound-Arena, in der Systeme unter maximaler Lautstärke demonstriert werden, verzichtet die Veranstaltung dagegen bewusst. Umfangreichere Demonstrationen sollen gegebenenfalls in Folgeterminen vertieft werden.
Dieser Ansatz entspricht der Positionierung der LEaT con als Networking-Veranstaltung. Für die Aussteller steht damit neben der unmittelbaren Produktpräsentation die Anbahnung weiterer Gespräche im Vordergrund. Nach Angaben der Veranstalter nutzen Unternehmen die Messe insbesondere, um Kontakte für anschließende Termine und ausführlichere Demonstrationen zu generieren.
Auch die Infrastruktur unterstützte diesen Ansatz. In acht Networking Areas konnten sich die Besucher bei kostenfreien Getränken austauschen. Die Networking Night und die anschließende After Show Party nach dem ersten Messetag erweiterten das Angebot um informelle Begegnungsmöglichkeiten.
Raum für Start-ups
Ein weiterer Baustein war der Start-up-Bereich, der auf eine Initiative der AES Germany zurückgeht. Junge Unternehmen erhalten dort Ausstellungsfläche zu vergleichsweise niedrigen Kosten und damit die Möglichkeit, erste Kontakte zur Branche aufzubauen.
Als erstes Unternehmen nutzte Nexusworks Media dieses Angebot. Als Start-up gelten im Rahmen des Konzepts Unternehmen, die innerhalb der vergangenen 24 Monate gegründet wurden. Darüber hinaus können auch Unternehmen berücksichtigt werden, die zwar länger an einer Entwicklung arbeiten, aber noch kein marktreifes Produkt anbieten und dieses erstmals einem Fachpublikum vorstellen möchten.
Der Ansatz ist insofern interessant, als gerade neue Unternehmen häufig vor der Herausforderung stehen, Sichtbarkeit und Zugang zu etablierten Branchenstrukturen zu gewinnen. Ein eigener Bereich auf einer etablierten Fachveranstaltung kann hierfür eine erste Plattform schaffen.
Praxisorientierung statt reiner Ausstellung
Neben den klassischen Messeständen prägten Workshops, Pult-Trainings, Podcasts und Demoräume die LEaT con 25. Besucher konnten neue Werkzeuge und Technologien unmittelbar ausprobieren und sich mit Anwendern und Herstellern austauschen.

Damit folgt die Veranstaltung einem Trend, der auch bei anderen Fachmessen zu beobachten ist: Der reine Messestand verliert gegenüber Formaten an Bedeutung, bei denen Produkte unmittelbar im Anwendungskontext gezeigt und erklärt werden. Für komplexere Systeme, insbesondere im Bereich der AV- und IT-Integration, ist dieser Ansatz naheliegend, da deren Funktionsweise häufig erst im Zusammenspiel verschiedener Komponenten sichtbar wird.
Gerade die Kombination aus Ausstellung und Vortragsprogramm ermöglichte es, technische Entwicklungen in einen größeren Zusammenhang einzuordnen. Das galt insbesondere für die Themen AV/IT-Konvergenz, KI und Broadcast.
Ein Markt in Bewegung
Die LEaT con 25 machte damit weniger durch eine einzelne technologische Neuerung als durch die Breite der abgebildeten Themen deutlich, wohin sich die Branche bewegt. Klassische Veranstaltungstechnik bleibt ein wesentlicher Bestandteil der Messe. Gleichzeitig gewinnen Systemintegration, professionelle AV, IT, Broadcast und KI an Bedeutung.
Die Aufteilung auf zwei Hallen schafft dafür eine nachvollziehbare Struktur. In Halle A1 bleibt die LEaT con eng mit den traditionellen Themen der Live- und Entertainmentbranche verbunden. Halle A4 bildet dagegen stärker jene Märkte ab, in denen AV-Technik, IT-Infrastruktur und Systemintegration zusammenkommen.
Gerade die AVcon fungiert dabei als Schnittstelle zwischen diesen Welten. Die Präsenz von Systemhäusern, LED-Herstellern, Integratoren und Broadcast-Anbietern zeigt, dass sich die relevanten Technologien längst nicht mehr eindeutig einzelnen Gewerken zuordnen lassen.
Mit mehr als 8.500 Ausstellern und Besuchenden und knapp 400 Brands erreichte die LEaT con 25 dabei eine Größenordnung, die diese Entwicklung entsprechend sichtbar machen konnte. Die Veranstaltung ist damit zugleich ein Spiegel der zunehmenden Vernetzung innerhalb der Branche – technologisch wie auch auf der Ebene der beteiligten Unternehmen und Fachleute.
Nächster Termin im Oktober 2026
Die nächste LEaT con findet vom 6. bis 8. Oktober 2026 in Hamburg statt. Die Vorbereitungen für die kommende Ausgabe laufen bereits.
Eine frühere Gelegenheit zum persönlichen Austausch bietet die LEaT con X am 4. und 5. März 2026 im Dampfdom der Motorworld München. Das kleinere Format soll einen stärker konzentrierten Rahmen für Gespräche, Trenddiskussionen und die Präsentation von Innovationen bieten.
Die LEaT con 25 hat damit vor allem eines gezeigt: Die Grenzen zwischen Liveproduktion, Entertainment, ProAV, IT und Broadcast werden durch gemeinsame Technologien und Arbeitsprozesse zunehmend durchlässiger. Mit der räumlichen und thematischen Erweiterung um AVcon, Broadcast AV und neo summit reagiert die Veranstaltung auf diese Entwicklung – und positioniert sich zunehmend als Schnittstelle zwischen den unterschiedlichen Bereichen der professionellen AV- und Veranstaltungswelt.
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