Yahama stellt DM5, DM5 Compact und neue Peripherie vor

Donnerstag, 10.09.2026: Yamaha entwickelt seit Jahrzehnten digitale Mischsysteme und setzt dabei auf eine kontinuierliche Weiterentwicklung entsprechend den Anforderungen moderner Audio- und Veranstaltungstechnik. Professionelles Audiomixing umfasst heute weit mehr als Pegel, EQ und Kompression. Mischpulte müssen sich in komplexe Produktionsumgebungen integrieren lassen und mit Technologien wie drahtlosen Mikrofonen, Steuerungsprotokollen und Netzwerksystemen sowie zunehmend auch immersiven Audiosystemen zusammenarbeiten. Yamaha versteht ein digitales Mischpult daher als zentrale Komponente eines sich ständig weiterentwickelnden technischen Ökosystems.

Yamaha DM5

Neue DM5-Serie

Mit der DM5-Serie stellt Yamaha die jüngste Erweiterung seiner professionellen Digitalmischpulte vor. Sie umfasst zwei Modelle: DM5 und DM5 Compact. Beide orientieren sich hinsichtlich Bedienung und zugrunde liegender Plattform an der DM7-Serie.

Der DM5 Compact kann bis zu 48 Kanäle mischen, während der größere DM5 bis zu 60 Eingangskanäle verarbeitet. Beide Modelle sind für unterschiedlichste Anwendungen gedacht – von Live-Sound und Theater über Kirchen und Universitäten bis zu Konferenzen und Broadcast-Produktionen.

Ein besonderes, äußerlich sichtbares Merkmal ist der neigbare 13,3“-Touchscreen. Der Betrachtungswinkel lässt sich so an die Position und Körpergröße des Bedieners anpassen und kann gleichzeitig störende Reflexionen durch Sonnenlicht oder Bühnenbeleuchtung reduzieren.

Die Benutzeroberfläche entspricht weitgehend der DM7-Plattform. Eine Besonderheit sind die von Yamaha als Weltneuheit bezeichneten „Glass Keys“: Diese Tasten mit taktiler Rückmeldung zeigen dynamische Beschriftungen an und funktionieren gleichzeitig als berührungsempfindliche Schalter. Ihre Funktion passt sich dem jeweiligen Betriebsmodus an.

Als Ergänzung des Hauptdisplays gibt es einen 4,3“-Touchscreen für frei definierbare Tasten sowie vier frei belegbare Inkrementalgeber. Im neuen „Dynamic Mode“ folgen diese automatisch der aktuellen Auswahl und stellen die jeweils relevanten Parameter zur Bedienung bereit. So lassen sich individuelle Bedienkonzepte mit einer schnellen, intuitiven Steuerung verbinden.

Yamaha DM5 Compact

Anschlüsse und Mischfunktionen

Das DM5 Compact verfügt über 16 analoge Eingänge und 16 analoge Ausgänge über XLR sowie 64 Data-I/O-Kanäle. Der größere DM5 besitzt dieselbe grundsätzliche Ausstattung mit allerdings 32 physischen analogen XLR-Eingängen.

Beide Modelle bieten:

  • 24 Mix-Busse
  • 12 Matrix-Busse
  • 2 Stereo-Ausgänge
  • 12 DCA-Gruppen
  • 18 Kanäle USB-I/O
  • 16 Rack-Slots für interne Effekte
  • 24 zusätzliche grafische bzw. parametrische Equalizer
  • einen PY-Erweiterungssteckplatz
  • 64 Dante-Ein- und Ausgänge
  • Unterstützung der AW-Remote-Funktionalität.

Damit sind die Pulte sowohl für klassische Live-Mischungen als auch für komplexere Installations- und Produktionsumgebungen geeignet.

Klangbearbeitung und Effekte

Yamaha legt Wert auf einen transparenten, hochwertigen Klang und eine umfassende interne Signalbearbeitung. Für jeden Kanal stehen umfangreiche Dynamikfunktionen zur Verfügung. Dazu kommen vier EQ-Typen mit Real-Time Analyzer.

Integriert sind 43 hochwertige Effekte, darunter Modulations-, Verstärkersimulations- und Sättigungseffekte. Außerdem gibt es acht Delay-Typen sowie hochwertige Hallalgorithmen wie Rev HD und Rev R3.

Über eine PY-DSP-Karte können zusätzliche Premium-Plug-ins aus der Rivage-PM- und DM7-Welt genutzt werden. Die neue PY DSP-Card stellt beim DM5 bis zu 32 Instanzen hochwertiger Premium-Effekte bereit. Dazu gehören unter anderem der Rupert Neve Designs Portico 5033 Equalizer und der Portico 5043 Compressor sowie Yamaha-Plug-ins wie Dynamic EQ4, Multiband Comp 4, Vintage Compressor und Dynamic Noise Suppressor.

PY-Erweiterungskarten

Der PY-Steckplatz ermöglicht sowohl zusätzliche DSP-Leistung, als auch weitere Ein- und Ausgänge und Steuerungsfunktionen. Angeboten werden unter anderem:

  • PY64-D für 64 zusätzliche Dante-Kanäle,
  • PY64-MD für 64 MADI-Kanäle,
  • PY8-AE für acht AES/EBU-Kanäle,
  • PY-MIDI-GPI für MIDI- und GPI-Steuerung,
  • WSG-PY64 von Waves zur Anbindung an das Waves-SoundGrid-System und dessen Plug-Ins.

Die Karten verfügen über Sample-Rate-Konverter.

Zusätzliche Funktionspakete

Yamaha bietet für DM5 und DM7 drei optionale Funktionspakete an.

Das Broadcast-Paket ergänzt sieben Funktionen für Rundfunkanwendungen, darunter Mix Minus und Audio Follows Video.

Das Theater-Paket richtet sich an Theater- und Musicalproduktionen und bietet unter anderem Funktionen für immersive Audiosteuerung, zusätzliche EQ-/Dynamikfunktionen und eine Actor Library.

Neu ist das Dugan-Paket für automatisches Mischen mit dem Automatikmischer-Algorithmus von Dan Dugan Sound Design. Die DM5-Serie verfügt bereits standardmäßig über 12 Dugan-Automixing-Kanäle. Mit dem Paket lässt sich diese Kapazität auf bis zu 64 Kanäle erweitern, was insbesondere für große Konferenzen z.B. mit Roundtable-Veranstaltungen interessant ist.

Die Lizenzen werden in vielen Regionen über Yamahas Provisioning-Portal verwaltet und können zwischen kompatiblen Konsolen flexibel übertragen werden. Bereits für ein DM7 erworbene Lizenzen können auch auf den neuen DM5-Konsolen verwendet werden.

RUio1608DB-D

Kompatibilität und neue I/O-Geräte

Ein wichtiges Ziel bei der Entwicklung der DM5-Serie war die Kompatibilität mit vorhandener Yamaha-Hardware. Insbesondere R- und T-Serien können weiter eingesetzt werden.

Zusätzlich stellt Yamaha drei neue I/O-Geräte vor:

Die RUio1608SB-D ist als kompakte Stagebox für Live-Anwendungen konzipiert. Sie bietet 16 analoge Eingänge und acht Ausgänge sowie primäre und sekundäre Dante-Anschlüsse. Eine Trageleiste und gummierte Schutzflächen erleichtern den Bühneneinsatz; mit einem optionalen Adapter ist auch Rackmontage möglich.

Die RUio0804-D ist eine kompakte Racklösung mit acht Eingängen und vier Ausgängen sowie Dante-Anbindung und eignet sich für kleinere I/O-Erweiterungen.

Die RUio16FLX-D bietet besonders flexible Anschlüsse. Die 16 Ports können paarweise als analoge Mikrofon-/Line-Eingänge, analoge Ausgänge oder AES/EBU-Ausgänge konfiguriert werden. Zusammen mit Dante eignet sich das Gerät besonders für Festinstallationen und die Kombination mit Yamaha-DSP-Systemen wie der DME-Serie.

Software und Fernsteuerung

Für die DM5-Serie steht der neue DM Editor für Windows und Mac zur Verfügung. Damit lassen sich Produktionen offline vorbereiten und bearbeiten sowie online Backups verwalten. DM5 und DM7 verwenden dieselbe Anwendung und können Konsolendaten austauschen. Letzteres ergibt natürlich nur für Mischpulteinstellungen Sinn, die auf beiden Mischsystemen vorhanden sind.

Die neue DM StageMix App ermöglicht die Fernsteuerung von DM5 und DM7. Mit DM MonitorMix können Musiker ihre Monitoring-Einstellungen komfortabel beeinflussen.

ProvisionAIR Control Plus bietet darüber hinaus eine flexible Plattform für individuell konfigurierbare Steuerungskonzepte.

Die Mischpulte unterstützen außerdem Bluetooth bzw. Stereo-Audio-Streaming für Zuspielungen.

Firmware-Update für die DM7-Serie

Parallel zur Einführung der DM5-Serie veröffentlicht Yamaha die Firmware-Version 2.0 für die DM7-Serie. DM5 und DM7 teilen sich damit denselben Funktionsumfang.

Das Update enthält unter anderem häufig gewünschte Funktionen wie das Verschieben von Kanälen, das Kopieren von Mix-Bus-Sends sowie Verbesserungen beim Patchen und im allgemeinen Workflow.

Zusätzlich wird die Steuerung weiterer Geräte von Drittanbietern ermöglicht, darunter das Nexus-Routing-System von Stage Tec. Dies ist z.B. auch für den Theaterbereich interessant, wenn bereits ein Nexus-System installiert ist und man – z.B. für Gastveranstaltungen – den externen Sound Engineers die Möglichkeit geben möchte, auf einem vertrauten Mischsystem zu mischen.

Die neuen „Selected Channel View“- und „Dynamic Mode“-Funktionen verbessern den Zugriff auf Parameter über die frei belegbaren Drehregler.

Darüber hinaus wurden die Reaktionsgeschwindigkeit des Displays, Übergänge innerhalb der Benutzeroberfläche und die Darstellung der internen Effekte verbessert.

Zielsetzung und Positionierung

Yamaha fasst die Philosophie der DM5-Serie mit dem Prinzip „Alles, was man braucht – nichts, was man nicht braucht“ zusammen. Das Ziel ist ein kompaktes Mischpult ohne wesentliche Kompromisse bei Funktionalität und Erweiterbarkeit.

Die Serie verbindet kompakte Abmessungen mit umfangreicher Signalbearbeitung, hoher Kanal- und Buskapazität, Dante- und Netzwerkintegration, PY-Erweiterungen, externen I/O-Geräten, Softwaresteuerung und Funktionen für spezielle Anwendungen wie Broadcast, Theater und Automixing.

Damit eignet sich die DM5-Serie für mobile Live-Produktionen ebenso wie für Theater, Sakralbauten, Universitäten, Konferenzen, Rundfunkstudios und Festinstallationen. Durch die gemeinsame Plattform mit der DM7-Serie können bestehende Workflows, Daten und Lizenzen weiter genutzt werden.

Markteinführung und Verfügbarkeit

Die offizielle Vorstellung der DM5-Serie erfolgte am 10. September um 10:00 Uhr MESZ. Die erste öffentliche Präsentation findet am 11. September im Rahmen der IBC in Amsterdam statt. Yamaha erwartet die Auslieferung an Händler Ende September bzw. Anfang Oktober 2026.

Insgesamt positioniert Yamaha die DM5-Serie als kompakte, professionelle und erweiterbare Digitalmischplattform, die die bewährte Bedien- und Systemarchitektur der DM7-Serie mit unterschiedlichen Kanal- und Anschlusskapazitäten verbindet. Im Mittelpunkt stehen Flexibilität, Integration in bestehende Systeme und moderne Workflow-Möglichkeiten, die weit über die klassische Aufgabe eines Mischpults hinausgehen.