Betrieb und Sound

Wer im Freien ein PA-System hört und misst, der muss sich gefallen lassen, dass die Natur und die Umgebung macht, was sie will. Daher schildere ich zuerst die äußeren Bedingungen des Tests des Westlab Audio Labline twoeight.

Curving-Winkel
Einstellung der Curving-Winkel

Wir schießen bei allen Tests immer in die gleiche Richtung und der Aufbau ist auch im Wesentlichen immer gleich oder wenigstens sehr ähnlich. Am Testtag war trockenes Wetter, aber es war windig. Der Wind kam von Westen, also genau auf das System zu. Wir waren uns aber einig, dass er nicht stark genug war, um die ganze Sache abzublasen, aber es muss erwähnt werden, dass die Bedingungen nicht ganz optimal waren. Dazu kamen Störgeräusche von der Abtragung einer Bergehalde hinter dem Westlab Audio Labline twoeight, dieser Lärm wurde aber vom Wind leicht gedämpft. Immerhin etwas! Soweit die Umweltbedingungen.

Zum Betrieb gehört auch das Aufbauen des Systems. Das Westlab Audio Labline twoeight Line Array kommt in Cases und wird aus den Cases hochgezogen. Das Rigging läuft so, wie es heute üblich ist, alles, was gebraucht wird, ist fest mit dem System verbunden, man kann nichts vergessen. Zum Betrieb des Systems wird ein externer Controller gebraucht, das ist aber auch wirklich alles. Ich finde es praktisch, wenn der Controller nicht in den Lautsprechergehäusen untergebracht ist, weil man ihn so auch für andere Zwecke benutzen kann. Der Controller hat ganz normale XLR-Eingänge.

Frequenzgangmessung
Dafür, dass diese Frequenzgangmessung an dem abgebildeten Open-Air-Aufbau mit einem nicht ganz verschwindenden Windeinfluss und nicht im Messlabor entstand, ist der Begriff „wie mit dem Lineal gezogen“ sicher nicht ganz aus der Luft gegriffen. Die Präzision der Wiedergabe schlägt sich hier auf jeden Fall auch als sichtbare Linearität nieder.

Meine ersten Tests sind die Rundgänge an den „Rändern“. Ich laufe also als Erstes ganz vorne praktisch unter der Anlage längs und achte auch plötzliche Veränderungen. Die weisen nämlich auf Sidelobes hin – isolierte Abstrahlkeulen, nicht selten in schmalen Frequenzbändern und mit oft hohem Q.

Es passiert nichts. Das Westlab Audio Labline twoeight System hört einfach auf und ist schon ein, zwei Schritte weiter vom System entfernt voll da. Gehe ich noch weiter nach hinten, dann hört man kaum mehr etwas, aber die entfernten Echos werden hörbar. Das ist schon fast absurd. Ich stehe 2m vom Westlab Audio Labline twoeight Array entfernt und höre Echos von 200m entfernten Häusern.

Isobarendarstellung
In der Isobarendarstellung sieht man die Wirksamkeit der verschiedenen Maßnahmen zur Steuerung des horizontalen Abstrahlverhaltens, das von ca. 150Hz bis 20kHz relativ frequenzunabhängig in einem Bereich um 100° bleibt.

Ich bin zunächst axial ganz vorne auf das über mir hängende Westlab Audio Labline twoeight Line-Array zu und wieder zurück gegangen. Jetzt gehe ich seitlich ca. 2 Schritte neben dem LineArray genauso vor und zurück. Auch hier höre ich keine Auffälligkeiten. Das ist schon einmal ein sehr gutes Zeichen. Denn wenn das System irgendwelchen Unfug macht, dann würde man das hier am deutlichsten hören. Es hört einfach auf, und das war`s.

Ich gehe etwas weiter vom Westlab Audio Labline twoeight System weg, da, wo die harten Fans einer Rockband stehen würden. Meine Wege sind hier auch vor und zurück und seitwärts. Auch hier bleibt der Sound voll homogen.

Nun kommt eher die Suche nach Auffälligkeiten in weiterer Entfernung. Jetzt überrascht es mich nicht mehr, dass ich hier draußen auch nichts Unerwünschtes höre. Also, alles ist in Ordnung.

Frequenzgang Subbass
Frequenzgang des Subbasssystems

Der Gerechtigkeit halber muss ich aber anmerken, dass es sich beim Westlab Audio Labline twoeight um ein System der internationalen Spitzenklasse handelt, und bei denen gibt es bei den geschilderten Hörtests keine Überraschungen. Bei solchen Systemen darf es bei der Schallverteilung keine Auffälligkeiten geben, und das ist nichts Besonderes, sondern in diesen Gefilden ganz normal. Interessant ist der ständig wechselnd wehende Wind. Man hört ihn, und deswegen haben wir die Hörlautstärke auch noch einmal etwas hochgefahren. Dieser Pegelschub kommt weit hinten in der Hörzone gut an. Die Boxen setzen sich sehr gut durch und lassen auch noch höheren Pegel zu, bei denen man die Windeinflüsse immer noch hört, aber ohne dass die Qualität der Übertragung wesentlich beeinflusst wird.

Mein Eindruck: „Die Boxen setzen sich gut durch“ ist natürlich ingenieursmäßig Blödsinn, denn Lautsprecher haben keine Möglichkeit, unter Windeinfluss irgendetwas zu unternehmen, aber ich habe es so empfunden und kann es nicht anders ausdrücken. Irgendwie hatte ich bei der Entfernung das Gefühl, dass der Sound mich leichtfüßig und mit federnden Sprüngen erreicht. Es war schon sehr angenehm.

Lassen wir das, wenn man etwas nicht ausdrücken kann, dann hat es keinen Zweck, aber der PROSOUND-Leser weiss vielleicht, was gemeint ist.

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