Auf der diesjährigen ProLight+Sound präsentierte der deutsche Audiocenter-Vertrieb Trius das neue Line-Array K-LA210 DSP. Wir haben es einem Test unterzogen.

Audiocenter K-LA210 DSP Line-Array
Audiocenter Line-Array K-LA210 DSP

Beim Audiocenter Line-Array K-LA210 handelt es sich um ein Kompakt-Line-Array mit integrierter Endstufenelektronik und DSP, so dass man keine externe Hardware benötigt. Vom Konzept her zielt das neue System auf einen Markt, der zwar qualitätsbewusst ist, aber mit begrenzten Budgets arbeiten muss, also auch ein Auge auf das Preis/Leistungsverhältnis hat.

Das haben Trius und Audiocenter erkannt und bringen mit dem Audiocenter Line-Array K-LA210 ein Line-Array auf den Markt, das der bewährten Audiocenter-Philisophie folgen soll, ein System in der preislichen Mittelklasse zu bieten, das aber von seiner Performance her eine halbe Klasse höher spielt. Es soll also ein echtes Audiowerkzeug sein, dennoch aber ein überzeugendes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten.

Ob dieser Anspruch auch mit dem neuen Line-Array eingelöst wird, soll der folgende Bericht zeigen.

Audiocenter Line-Array K-LA210 Qualität

Eine wichtige Maßnahme für die Umsetzung dieses Konzeptes ist es, auf der einen Seite für eine belastbare technische Qualität der Lautsprecherkomponenten zu sorgen und gleichzeitig das Vertrauen in einen Hersteller zu stärken, der noch nicht so lange auf dem deutschen Markt aktiv ist. Audiocenter setzt dies um, indem hochwertige Lautsprecherkomponenten von bekannten europäischen Herstellern verwendet werden, die Fertigung und Montage der Lautsprechersysteme jedoch in China stattfindet – was wiederum den Kostenvorteil bringt, mit dem man ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis erzielen will.

Letztendlich ist diese Vorgehensweise gar nicht so unterschiedlich zu derjenigen vieler traditionsreicher Hersteller, die die Fertigung ihrer Lautsprechersysteme ebenfalls nach China verlagert haben. Inzwischen wird ja sowohl im Bereich Unterhaltungselektronik, als auch bei professionellem technischen Equipment sehr viel in China hergestellt, so dass dort inzwischen auch Fertigungsstätten für Elektronik und Mechanik mit einem sehr hohen technischen Standard etabliert sind.

Doch zurück zu Audiocenter. Im neuen Line-Array arbeiten Lautsprecherkomponenten des spanischen Herstellers Beyma, zum Teil als spezielle Ausführungen für den Einsatz in diesem Audio Center Lautsprechersystem.

Aufbau des Audiocenter-Arrayelementes

Audiocenter K-LA280DSP Arrayelement
K-LA280DSP Arrayelement

Das K-LA280DSP Arrayelement kommt zunächst einmal relativ unauffällig daher. Mit Abmessungen von 742mm x 302mm x 695mm (BxHxT) gehört es noch zu den kompakten Vertretern seiner Gattung, ist also von Bürgerhäusern über Stadthallen bis hin zu Live-Setups für mittelgroße Bühnen einsetzbar. Das Gehäuse hat die für Line-Array-Elemente übliche Trapezform, um eine Anwinkelung der Arrayelemente gegeneinander zu ermöglichen.

Die Fliegemechanik ist wie heute üblich fest und unverlierbar mit den Lautsprechersystemen verbunden und ist beim Aufbau einfach zu handhaben. Durch die Abdeckung der Gehäusefront mit einem durchgehenden, flachen Lautsprechergitter ist die Optik des Systems durch die so entstehende ebene Gehäusefront in erwünschter Weise zurückhaltend und unauffällig. Das System drängt sich auf diese Weise visuell nicht mit einer exotischen Formgebung in den Vordergrund, selbst wenn diese aus akustischen Gründen erforderlich ist.

K-LA280 ohne Gitter

Line-Array-Element ohne Gitter
K-LA280 ohne Gitter

Entfernt man das Frontgitter, stellt sich heraus: Das Audiocenter Line-Array nutzt tatsächlich eine hornähnlich geformte Gehäusefront als Schallführung. Dabei geht die Schallaustrittsöffnung des Hochtonsystems in eine – als konische Hornkontur mit einem Öffnungswinkel von ca. 100° geformte – Schallwand über, die letztendlich den Abstrahlwinkel in der Horizontalen definiert. Dadurch, dass ein großer Teil der Schallwand in dieser Weise als Hornkontur ausgeformt ist, kann man auch eine Richtwirkung (Abstrahlkontrolle) im Mittenbereich erwarten. Die Schallaustrittsöffnungen der 10″-Tiefmitteltonchassis sind in diese Hornkontur integriert.

Die Entwickler haben diese Schallaustrittsöffnungen so ausgelegt, dass der Schall durch mehrere Öffnungen austritt und auf diese Weise nicht eine einzelne Schallquelle mit großem Durchmesser, sondern mehrere mit kleineren Abmessungen entstehen, was wiederum dazu führt, dass die mit den benachbarten Arrayelementen bis zu höheren Frequenzen – sprich: bis zur Trennfrequenz mit dem Hochtonweg – funktioniert.

Closeup
K-LA280 Nahaufnahme

Die Bassreflexöffnungen liegen ganz außen, um zumindest eine gewisse Bündelung auch bei möglichst tiefen Frequenzen zu erzeugen. Das Arrayelement scheint auf den ersten Blick symmetrisch aufgebaut zu sein, denn es arbeitet in einem symmetrisch angelegten Gehäuse mit zwei 10″-Zoll Chassis und einem 1″-Kompressionstreiber im Hochtonweg. Laut Herstellerspezifikation ist aber einer der 10-Zöller nur für den Tiefton und Low-Mid-Bereich zuständig und wird bei 400Hz abgekoppelt, während der zweite 10-Zöller bis zur Trennfrequenz mit dem Hochtonweg bei 1,5kHz arbeitet.

Rückseite eines Arrayelementes
Rückseite eines Arrayelementes mit Kühlkörper der Passivkühlung

Alle Lautsprecherkomponenten sind Custom-Designs von Beyma und mit Ferritmagneten ausgestattet, vermutlich ein Zugeständnis an einen günstigeren Preis. Die meisten Hersteller von Lautsprecherkomponenten haben heut zutage Lautsprecherlinien mit Neodym und Ferritmagneten und vergleichbaren Eckdaten im Programm, um den Entwicklern die größtmögliche Flexibilität bei der Auswahl von Lautsprecherkomponenten für ihre Systeme bieten zu können.

Was das akustische Grundkonzept angeht, haben alle Line-Arrays natürlich den Gedanken gemeinsam, aus mehreren Lautsprechermodulen ein Line-Array, also einen ausgedehnten Linienstrahler zusammenzusetzen.

Bedien- und Anschlusspanel
Bedien- und Anschlusspanel eines Arrayelements

Damit das akustisch funktioniert, müssen die einzelnen Arrayelemente akustisch so zusammenwirken (koppeln), dass sich eine quasi kontinuierliche, lineare Anordnung von Lautsprechern ergibt. Das ist auch bei einer linearen Anordnung von diskreten Einzelsystemen dann der Fall, wenn der Abstand der Einzelsysteme im jeweiligen Arbeitsfrequenzbereich der Lautsprecher nicht größer ist als die halbe Schallwellenlänge und die Anordnung zu mindestens 50% mit Schallstrahlern belegt ist. Bei tiefen Frequenzen ist diese Forderung relativ leicht zu erfüllen, bei höheren Frequenzen wird das zunehmend schwieriger. Bei 1kHz (Wellenlänge 34cm) müsste man die Mitteltonsysteme schon in einem Abstand von 17cm einbauen, was ohne weitere Schallführung 6,5″-Chassis erfordern würde.

Wenn man also einen 10-Zöller in einem Line-array bis 1,5kHz betreiben möchte, braucht man schon eine spezielle Schallführung für den Mittenbereich. Im Hochtonbereich wird es naturgemäß noch kritischer, weil hier die Wellenlängen immer kürzer werden. Das Kernproblem besteht darin, eine Schallführung zu konstruieren, die die runde Schallaustrittsöffnung des Treibers so in eine schlitzförmige, rechteckige umzusetzen, dass an diesem Schallaustrittsspalt, der sich über die gesamte Bauhöhe des Arrayelements erstrecken sollte, möglichst eine ebene Wellenfront ankommt. Hier gibt es bereits verschiedene Patente der unterschiedlichen Hersteller, um die es ggf. herum zu konstruieren gilt. Was man häufiger findet, ist eine Variante, die auf einem langen, konischen Horn basiert, vermutlich, weil es da nicht solche Probleme mit Patenten gibt.

Blick auf die Fliegemechanik
Blick auf die Fliegemechanik mit Einstellung der Anstellwinkel

Der Hochton-Waveguide des K-LA210-DSP ist Teil der Gehäusekonstruktion und deshalb nicht für eine nähere Untersuchung ausbaubar. Er scheint aber auch auf einem konischen Horn mit einer speziellen Phase-Plug-Konstruktion zu beruhen. Angetrieben werden die Lautsprecherkomponenten durch eine integrierte Verstärkerelektronik, die eine mit Class-D-Endstufen eine Gesamtleistung von 1600W bereitstellt. Das K-LA280DSP verfügt – wie die Bezeichnung schon erahnen lässt – über einen integrierten DSP, der Funktionen wie Frequenzweiche, Systementzerrung, Time-Alignment und EQ-Anpassung an die Arrayzusammenstellung übernimmt.

Für letzteren Zweck gibt es einen schaltbaren EQ, mit dem sich der Hochton-Frequenzgang zum Beispiel an die Anzahl der verwendeten Arrayelemente anpassen lässt. Natürlich bietet das System nicht allein diese grobe, aber einfach einstellbarer Preset-Auswahl, sondern auch noch einen USB-Anschluss, der es erlaubt, mit einem angeschlossenen PC den DSP direkt zu programmieren.

Klicken Sie die „2“ für die klangliche Bewertung des Audiocenter K-LA210DSP Line-Arrays.