Endstufen/Controller des KS Audio U Line Systems

Angetrieben wird das U LINE System von der Systemendstufe TA4D mit dem Controllermodul F MOD. Die TA4D ist eine 4-Kanal-Endstufe, die mit einem digitalen oder analogen Controllermodul bestückt werden kann. Alle Eingänge können sowohl analog als auch digital angesteuert werden, wobei das interne Routing eine beliebige Zuordnung und sogar gleichzeitigen Digital- und Analog-Betrieb ermöglicht. Optional ist auch eine Einbindung in ein Audio-Netzwerk auf der Basis des Dante-Protokolls realisierbar.

Sämtliche Signalverarbeitungsfunktionen, wie etwa Frequenzweiche, Lautsprecherentzerrung oder Korrektur des transienten Verhaltens der Lautsprecherkomponenten, findet entsprechend dem Konzept, das dem TA4D zugrunde liegt, komplett in den auswechselbaren Controllermodulen statt, so dass die Endstufe problemlos und schnell an verschiedene Einsatzszenarien anpassbar ist.

Testaufbau aus vier Arrayelementen als Ground-Stack
Testaufbau aus vier Arrayelementen als Ground-Stack

Durch einfaches Auswechseln des Controller-Einschubs in der Gehäusefront (bzw. Laden eines neuen Programms beim digitalen Controller-Einschub) erhalten auch die Signaleingänge und die Leistungsausgänge automatisch die richtige Systemkonfiguration: Von vier einzelnen Kanälen über zwei Kanäle im BiAmp- oder Hochleistungs-Brückenbetrieb bis zum einkanaligen 3-Wege aktiv Lautsprechersystem mit Bass-Brückenendstufe, und wahlweise „BI-Amp“ Ansteuerung, ist jede Betriebsart möglich.

Besonders unkompliziert geht das mit dem F MOD-Controllermodul, bei dem die Signalverarbeitung vollständig auf der digitalen Ebene stattfindet. Es bietet neben modernster digitaler Signalverarbeitung inklusive FIR-Filtertechnik auch eine vollständige Implementierung aller KS Lautsprechersysteme. Die Konfiguration einer Lautsprecheranlage kann daher menügeführt direkt am F MOD Modul-erfolgen, wobei auch hier die Signaleingänge und die Leistungsausgänge automatisch die richtige Funktion erhalten.

Testaufbau von vorne
Testaufbau von vorne

Die TA4D verfügt über vier unabhängige, analoge FET-Endstufenkanäle, die von einem Weitbereichs-Schaltnetzteil mit Power-Factor-Correction (PFC) versorgt werden. Gestaffelte Versorgungsspannungen sorgen für einen guten Wirkungsgrad und geringe Verlustleistung. Jeder Ausgangskanal kann eine Sinus-Leistung von 1000W an 4 Ohm liefern. Die tatsächlich „freigegebene“ Maximalleistung für jeden Kanal bestimmt jedoch der eingesetzte Controller. Auf diese Weise werden die angeschlossenen Lautsprecher nicht nur optimal angesteuert, sondern auch bei Höchstlast immer im sicheren Bereich betrieben. Ein Betrieb an einer 2-Ohm-Last ist möglich, die maximale Spitzen-Ausgangsleistung des betreffenden Kanals beträgt dann laut Datenblatt 1600W.

Controllersettings in Abh. von Arraylänge und Curving KS Audio U Line Systems

KS Audio U Line Test: Details der integrierten Riggingmechanik
Details der integrierten Riggingmechanik

Damit Veranstaltungsdienstleister den Einsatz von U LINE Systemen planen können, stellt KS Audio dem Anwender die U LINE Lautsprecherdaten im EASE Focus 3 Format zur Verfügung. EASE Focus 3 ist ein universelles Planungswerkzeug aus dem Hause AFMG zur Simulation des Direktschalls von Lautsprechersystemen. Damit können Techniker, Ingenieure und Systemdesigner die Performance kompletter Beschallungsanlagen simulieren, um so ein optimales Setup des Systems für den jeweiligen Veranstaltungsort zu ermitteln. EASE Focus 3 unterstützt Line Arrays, Subwoofer Arrays, steuerbare Lautsprecherzeilen und konventionelle Lautsprecher von über 60 verschiedenen Herstellern. Durch die Unterstützung der Hersteller ist die Software für den Endanwender kostenlos.

EASE Focus ermöglicht zwar auch direkten Zugriff auf Softwaremodule wie FIRmaker (ebenfalls von AFMG), die zusammen mit geeigneten Lautsprecher Systemen ein nachträgliches Feintuning des Gesamtsystems mittels FIR-Filtern bieten. Dieter Klein wies jedoch beim Ortstermin in Hettenleidelheim darauf hin, dass er großen Wert darauf legt, dass die Lautsprechersysteme und speziell die Line-Arrays von KS AUDIO auch ohne den Einsatz spezieller Software sofort betriebsbereit sind, und zwar ebenfalls mit einem optimierten und an die jeweilige Konfiguration angepassten Setup der verwendeten Controller.

KS Audio U Line Test: Peter Brennfleck von KS AUDIO bei unserem Test-Array
Peter Brennfleck von KS AUDIO bei unserem Test-Array

Zu diesem Zweck wird bereits im Werk das Abstrahlverhalten von Line-Arrays mit verschiedenen Arraylängen und Curving-Winkeln erfasst und für jede Konfiguration ein optimales Controllersetting inklusive Systementzerrung ermittelt und als Preset abgespeichert. Dieses Verfahren berücksichtigt beispielsweise die Tatsache, dass mit zunehmender Anzahl von Arrayelementen sich eine zunehmend ausgeprägte Anhebung im Bereich der tieferen Frequenzen ausbildet, bei denen das Array kurz im Vergleich zur Wellenlänge zu werden beginnt. Diese unerwünschte Tiefmitten-Anhebung kann dazu führen, dass das Lautsprechersystem speziell in Hallen mit ungünstiger Raumakustik unpräzise klingt oder sogar wummert, und muss daher normalerweise separat entzerrt werden.

Bei KS AUDIO Line-Arrays wird auch dieser Effekt automatisch berücksichtigt. Im Controller müssen nur noch die Anzahl der verwendeten Arrayelemente und deren Curving-Winkel eingegeben werden. Der Controller ermittelt dann automatisch die passende Ansteuerung und Systementzerrung dergestalt, dass sofort ein optimiertes und betriebsbereites Lautsprechersystem zu Verfügung steht.

Dieses Konzept erweist sich besonders dann als tragfähig, wenn man schnell einmal eine Änderung vornehmen muss und keine Zeit hat, etwa die Systementzerrung neu zu berechnen oder zu messen.

Riggingmechanik, Transport des KS Audio U Line Systems

Besonders wichtig speziell für ein großes Line-Array-System ist das Transport- und Rigging-Konzept, denn auch bei Großveranstaltungen kommt es durchaus nicht selten vor, dass das komplette Setup inklusive Bühnentechnik sowie Ton und Licht-Anlage an einem Tag auf- beziehungsweise abgebaut werden muss. Gesparte Zeit ist da gespartes Geld, und daher wird auch das mechanische Konzept eines Line-Array-Systems signifikant zur Kaufentscheidung beitragen.

KS Audio U Line Test: KS AUDIO Firmengebäude und Testaufbau, von der mittleren Mess- und Abhörposition aus gesehen
KS AUDIO Firmengebäude und Testaufbau, von der mittleren Mess- und Abhörposition aus gesehen

Für die U LINE hat Dieter Klein eine Rigging-Mechanik erdacht, die ohne externe Komponenten auskommt und mit einer mechanischen Vorwahl der gewünschten Anstellwinkel arbeitet. Die Arrayelemente sind in einem ersten Aufbaustadium noch nicht gecurvt und können daher als Ground-Stack auf dem Boden stehen. Erst beim Hochziehen des kompletten Arrays werden die voreingestellten Winkel fixiert. Der Abbau erfolgt dann umgekehrt, wobei die fixierten Curving-Winkel wieder gelöst werden, so dass man die Arrayelemente problemlos wieder auf dem Boden absetzen kann.

Ein zum System gehörendes Untergestell aus Stahl-Rundrohr mit Gummifüßen ermöglicht den sicheren und problemlosen Transport mit einem Gabelstapler. Das natürlich ebenfalls zum System gehörende Cradle kann ein Array aus bis zu 16 Arrayelementen tragen, das dann insgesamt nur 1,5 Tonnen wiegt.

Weiter geht’s mit dem Testbericht zur KS Audio U Line auf Seite 3