Fostex 6301NX im Test

Im Fostex 6301NX Test geht es um die bekannteste Lautsprechergattung, die es überhaupt gibt. Die muss einfach jeder kennen, weil solche Lautsprecherchen absolut unumgänglich sind.

Denn immer, wenn jemand eine CD, ein Internet-Musikstück oder eine Radiosendung hört, dann haben solche kleinen Nahfeldmonitore die Finger dazwischen. Das liegt einmal daran, einfach nur daran, dass viele Kontrollräume immer nur so gross sind, wie sie es gerade eben sein müssen, und zweitens sind sie akustisch meist nicht richtig designt, so dass man lieber im Nahfeld der Monitore abhört.

Solche Nahfeld-Monitore stehen meist auf den Pulten (Meterbar) oder rechts und links unmittelbar dahinter oder daneben. Die Hörentfernung ist gering, es kommt also überhaupt nicht auf hohe Lautstärken an. Im Gegenteil, der Intendant im Theater beispielsweise wird schon die passenden Worte finden, wenn es aus dem Regieraum laut durch das ganze Haus schallt.

Fostex 6301NX Test: Wie werden diese Monitore benutzt?

Das spielt sich auf zwei Ebenen ab. So werden einzelne Spuren oder Kanäle auf Fehler untersucht, und es wird mal ein Räusperer rausgeschnitten oder eine zu lange Pause gekürzt. Da lässt es sich leicht sagen: „Na, ja, um einen dicken Knackser herauszuschneiden, brauchen diese Speaker nun keine wirklich anspruchsvolle Tonqualität.“ Richtig, dafür nicht, aber was ist, wenn der Toningenieur mal nicht so ganz sicher ist, ob die Balance zwischen den Geigen und den Celli gut ausgewogen ist? In diesem Falle muss er sich auf die Tonqualität seiner Kleinlautsprecher verlassen können.

Die Rückseite des Fostex 6301NX mit den Inputs und Stromversorgung.
Die Rückseite des Fostex 6301NX mit den Inputs und Stromversorgung.

Es werden also schon gewisse Anforderungen an die Tonqualität gestellt, aber unter dem Gesichtspunkt der niedrigen Lautstärke. Hinzu kommt, dass es sehr oft ein Platzproblem gibt. Mir sind Regien bekannt, die bis zum letzten Winkel dicht sind, wo man buchstäblich keine Briefmarke mehr dazwischen schieben kann. Die Minimonitore müssen also klein sein. In einer sehr kleinen Box lassen sich aber komplexe Mehrwegsysteme nicht unterbringen. Das heißt, das geht schon, aber solche Boxen sind dann auch entsprechend teuer.

Immerhin ist die Fostex 6301NX eine Aktivbox mit Endstufe und einem einfachen Controller. Das ist eine Komplexität, von der der Urahn dieses Lautsprechertyps, die Auratone Box, nur träumen konnte. Darüber hinaus soll ein solcher Monitor aber auch nicht zu aufwändig gebaut sein, denn mit Auratone & Co kann man eben auch mal hören, wie denn die Produktion beispielsweise über einen einfachen Radio­lautsprecher klingen würde.

Fostex 6301NX Test: Messung

Die weiße Kurve ist 30° off-axis, die gelbe ca. 5° und die violette ist bei 45° gemessen. Bis 5-6kHz tun die sich noch nicht viel, darüber ist die 30°-Messung am linearsten.
Die weiße Kurve ist 30° off-axis, die gelbe ca. 5° und die violette ist bei 45° gemessen. Bis 5-6kHz tun die sich noch nicht viel, darüber ist die 30°-Messung am linearsten.

Die Messungen zeigen, dass die Box nicht einfach einen linearen Frquenzgang (axial: gelbe Kurve) hat. Die Mitten sind bis 5kHz linear, aber zu den Höhen hin zeigt sich ein deutlicher Boost. Bei 30° sind diese Boxen sehr linear und bei 45° ist auch noch alles soweit ok. Das ist alles normal und für einen Breitbandlautsprecher nicht untypisch. Die 45°-Kurve ist übrigens weniger interessant, für die praktische  Anwendung ist die 30°-Kurve maßgeblich. Warum?

Der Entwickler der Fostex 6301NX scheint von einer Standard-Stereo-Aufstellung ausgegangen zu sein, nämlich dem berühmten gleichseitigen Stereodreieck. Diese Aufstellung deckt wahrscheinlich die allermeisten Anwendungsfälle ab. Die Spitze dieses Dreiecks bildet der Toningenieur. Wenn die Boxen nun mit der Front parallel zur Pult- oder Tischkante aufgestellt werden, hört man logischerweise die Boxen aus dem genannten 30°-Winkel und hat so automatisch eine lineare Wiedergabe. Da der Breitbandlautsprecher aber rotatiomnssymmetrisch abstrahlt, ist er nicht nur in einer Richtung 30° außerhalb der Achse linear, sondern auf einem Kegel mit 60° Öffnungswinkel. In der „linearen Zone“ kann sich also auch jemand befinden, der neben dem Toningenieur sitzt oder schräg hinter ihm steht.

Fostex 6301NX Test: Fazit

Das lässt sich hörtechnisch gut nachvollziehen. Unser Messraum ist für diese Boxen viel zu groß, deswegen haben wir uns die Speaker in einem dicht zugestellten Büro angehört, und die Schallverteilung hat wirklich gut funktioniert. So klein die Fostex 6301NX auch sind, sie sind mit viel Praxiswissen und mit einem guten Gefühl für die Controlroom-Akustik designt.

Preis: EUR 329,- zzgl. MwSt.