RCF / dB Technologies

RCF / dB Technologies
RCF / dB Technologies: Bildmitte Norbert Wessel im Kundengespräch, rechts daneben Georg Hofmann.

Das dB Technologies DVA Mini schliesst die DVA-Familie nach unten ab. Es kann geflogen oder auch groundstacked betrieben werden.

Es ist ein aktives 2-Weg-System, das mit zwei 6,5- Zoll Konuslautsprechern und zwei 1″-Treibern bestückt ist. Alle Wege sind horngeladen. Auch der Tiefmitteltonweg verfügt über einen Phaseplug, der eine breite und phasenkohärente Abstrahlung garantiert. Jedes Line Array Element ist mit zwei Endstufen mit jeweils 200W ausgestattet. Die interen Filter trennen die beiden Wege bei 2kHz.

Die moderne Schaltungstechnik sorgt für einen kühlen Betrieb, daher gibt es keine lauten Lüfter. Der DVA M2M und DVA M2S sind aus Polypropylen und haben zwei seitliche hintere Griffe, um den Transport und die Installation zu erleichtern. Die Lautsprecher sind mit Stahlbügeln und einem einfachen und leichten Blockierungssystem versehen. Der hintere Bügel ist graduiert (0°-1,5°-3°-4,5°-6°- 8°-10°-12,5°-15°), um die Befestigung der verschiedenen Lautsprecher im gewünschten Winkel zu erlauben. Eine akkurate Entwicklung hat es ermöglicht, bei jedem Lautsprecher eine konstante und präzise Deckung von 90° in der Waagerechten und 15° in der Senkrechten zu erhalten.

Kling und Freitag

Kling und Freitag auf TMT 2015
Kling und Freitag: Jürgen Freitag und Christoph Lohrer.

Nun habe ich das Konzept der VIDA von Kling und Freitag leibhaftig auf der Tonmeistertagung gesehen und fotografiert. Die technische Beschreibung war schon in der Vorankündigung im letzten Heft, daher hier nur noch einmal das allernötigste:

VIDA ist pro Modul mit 48 DSP-Kanälen und 48 Class- D- Endstufen bestückt. Die Lautsprecher-Systeme pro Modul sind dabei koaxial angeordnet. Das sehr schlank gehaltene 3-Wege System beinhaltet 6,5“-Treiber für den Tieftonbereich, 3,5“-Treiber für den Mitteltonbereich und 1“-Kalotten für den Hochtonbereich. Insgesamt 32 Hochtonkalotten pro Meter werden im Hochton eingesetzt. Da die Abstände der Hochtöner untereinander bewusst sehr klein gewählt sind, wird damit eine sehr saubere Abstrahlcharakteristik ohne physikalisch bedingte Artefakte (ca. bis 10 kHz) erzielt. Dies wirkt sich auch auf eine bessere Qualität des Beam-Steerings aus.

Beim Betrachten des Systems kann man nachdenklich werden. Die Anzahl der Endstufen, 48 Stück, war früher unvorstellbar, auch wenn es keine Höchstleistungsendstufen sind. Früher bestand eine Endstufe aus Gewicht, Hitze und Radau (Lüftergeräusch). Heute sind Endstufen klein, leicht und kühl und leise.

Ein anderer Gesichtspunkt ist die aufwendige Mechanik. Bei dem Bild oben muss ich immer an Mikrofontechnik denken. Alle Mikrofonhersteller verfügen über Kapseln, die einen Jahrzehnte langen Entwick- lungsweg hinter sich haben und heutzutage – ich sag einfach mal – ideal sind. Für die heutigen Lautsprecher gilt Ähnliches. Also, schnell knapp 50 Speaker platzsparend unterbringen und alles ist in Ordnung, weil ja die Speaker sooo gut sind!?

Zurück zu den Mikrofonen. Eine Mikrofonkapsel muss grundsätzlich in eine zielführende Umgebungsmechanik eingebaut werden, um ein erwünschtes Ergebnis zu erzielen. Ob ein Mikro ein Busfahrermikro oder ein hochwertiges Bühnenmikro mit feedbackarmer Einsprachercharakteristik wird, hängt bestimmt nicht maßgeblich von der Kapsel ab.

viel Entwicklungsarbeit bei Kling und FreitagHier, im Lautsprecherbereich wird an dem Bild rechts sichtbar, dass auch hier eine schweißtreibende und gehirnschmalzverzehrende Entwicklungsarbeit dahintersteckt. Auch das Argument: Der Controller wird’s schon richten, ist Unsinn. Wenn der Controller erst mal 80% seiner Rechenleistung aufwenden muss, um mechanische Fehler zu kompensieren, wie soll er dann seine eigentliche Aufgabe schaffen? Ich glaube, dass diese Pionierbox uns eins zeigt: Die Arbeit an der Mechanik wird in zukünftigen Lautsprechergenerationen genauso wichtig werden, wie im Mikrofonbau.