13.12.2009 02:38
YAMAHA

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Innovative „Grenzüberschreitung“ mit Yamaha, EtherSound und Lasertechnik in Lübeck



Seit der Erfindung digitaler Audiotechnik haben sich die Verfahren, mit denen Audiodaten übertragen werden, ebenso rasant weiterentwickelt wie das Equipment im Signalpfad selbst. CAT5-Kabel oder Glasfaser? EtherSound, CobraNet oder MADI? Vor kurzem hat eine Einrichtung in der schönen Hansestadt Lübeck diese stete Entwicklung noch einen Schritt weiter vorangetrieben und mit Yamaha-Technik in einer Schlüsselposition.
Die Musik-Hochschule Lübeck (MHL) steht synonym für allerbeste Klassische Musik in Deutschland. Die renommierte Lehranstalt befindet sich in pittoresken Gebäuden aus dem 17. Jahrhundert und verfügt über historisch wertvolle Räumlichkeiten für Orgel- und Klaviervorführungen unter optimalen akustischen Bedingungen. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Unterrichts-Säle und Aufnahmestudios, die jedoch - und das konnte bislang als kleiner Nachteil gewertet werden, weit auseinander liegen, voneinander getrennt durch die Trave, dessen Flusslauf die mittelalterliche Altstadt Lübecks umschließt.
Thomas Fricke-Masur, Tonmeister der Hochschule, blickt zurück auf die durch die räumliche Trennung entstandenen Probleme. „2007 wurden auf der gegenüberliegenden Trave-Seite neue Aufnahme- und Unterrichtsräume eingerichtet. Doch bei der Planung einer Netzwerkverbindung zwischen den Gebäuden mussten wir feststellen, dass die Kosten für ein Glasfaser-Netzwerk aufgrund der Flussquerung explodieren würden. Erstens hätte eigens für die Kabelführung eine neue Brücke gebaut werden müssen, und außerdem wäre eine Jahresgebühr für die Nutzung öffentlichen Eigentums fällig gewesen.“
Der Sound-Spezialist fährt fort: „Es erwies sich als wesentlich preiswerter, eine kabellose Gigabit-Übertragung via Laser zu installieren. Wir hatten damals für das Patching- und Routing im neuen Studio ohnehin Audionetzwerktechnik (EtherSound) in Betracht gezogen, und fragten uns natürlich, ob man wohl über die Laser-Verbindung auch Audiodaten-Streams verschicken kann.“
„Schnell kam uns die Idee, Aufnahmen mit mehreren Musikern zu machen. Sie sollten gleichzeitig im neuen Studio und in einem der alten MHL-Gebäude auf der anderen Seite des Flusses spielen - zum Beispiel Orgel- oder mit einem Orchester.“
Arthur Koll, Broadcast-Sales-Engineer der Yamaha Music Europe GmbH, verwendete, um das höchst außergewöhnliche System zu testen, eine SB168-ES-Stagebox und verlinkte diese mit dem Laser-Netzwerk. „Es kommunizierte unweigerlich mit der in einem Yamaha-DM2000 installierten MY-ES-Karte auf der anderen Seite des Flusses“, so ein höchst erfreuter Arthur Koll, der hinzufügt, die Gesamtlatenz vom Input am DM2000 bis zum Output an der SB168-ES habe lediglich 2,3 Millisekunden betragen. Nach dem Testerfolg zögerte Thomas Fricke-Masur nicht lange, eine komplette Aufnahme-Session in zwei Räumen, die sich natürlich auf verschiedenen Seiten des Flusses befanden, einzufädeln.
„Ich lud zwei Musiker vom Jazz-Trio Triologue, Olaf Koep am Schlagzeug und Alex Carot am Chapman-Stick, ein. Der Musiker im Vorführraum auf der anderen Seite des Flusses erhielt seinen Monitor-Mix über die Yamaha-SB168-ES, das Laser-Übertragungssystem und die DM2000-Konsole. Der Mann im Studio war konventionell mit der Aufnahmekonsole verbunden.
„Obgleich das Songmaterial der beiden sehr timingkritisch war, gab es beim Spielen über das Netzwerk überhaupt keine Probleme. Die Session war ein absoluter Erfolg.“

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